Donnerstag, 24.03.2005 (Gruendonnerstag)

Heute heißt es schon in der Früh, Koffer packen, denn wir reisen weiter, da wir die folgenden Tage bei Familie R. in einem kleinen Sporthotel in Independencia (der Deutschen Weinkolonie) gebucht haben.
Nach einem kurzen Besuch bei Christiane, meiner Internetbekanntschaft, folgte die Verabschiedung der Rucks und so fuhren wir bei heißen 37Grad in Richtung Osten auf der Routa 2 zu unserer 2. Bleibe und sind natürlich beide schon arg gespannt darauf, was uns alles erwaten wird.

So langsam gewöhnt man sich recht gut an die hiesigen Straßenverhältnisse hier und so finden wir auch ohne Problem heraus aus Luque und fahren dann die uns schon bekannte Strecke über Aregua nach Caacupe´auf die Routa 2 in Richtung Osten nach Independencia.

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Auffallend ist, das hier die Städte und Straßen im Vergleich zur Haupstadt Asuncion und zu Luque wesentlich sauberer werden. Auch die Vegetation verändert sich deutlich sichtbar. Zahlreiche Palmenwälder wandeln immer mehr in Laubbäume wie Birken, und nicht zu vergessen die riesigen Weinberge in der Region. Wohin man auch schaut gibt es unendlich viel grünes Land zu sehen, ab und zu auch ein paar kleine Erhebungen/ Hügelchen, mit viel Phantasie kann man diese auch als Berge bezeichnen.

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 Vor allem die Studentenstadt Villarica (wird auch als kleine Hauptstadt von Independencia bezeichnet) ist sehr ansehnlich, hier fühle ich mich sehr wohl und könnte mir in diesem Moment sehr gut vorstellen, hier zu leben.

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Unser kleines Sporthotel, welches wir über das Internet gebucht haben, konnten wir sehr schnell finden, doch unsere Freude sollte sich recht schnell legen.
Der Empfang des Hotelchefs alles andere als freundlich und auch die Zimmer und der Service sind katastrophal hier.
Es erweckt sich der Eindruck wir sind in einem *Sterne Hotel gelandet. Mehr möchte ich dazu jetzt nicht schreiben! (Dies ist unser subjektiver Eindruck, andere finden dies vielleicht anders)
Uns ist Beiden bewusst das wir hier nicht die vereinbarten und gebuchten 8 Tage verbringen wollen. Dennoch versuchen wir das Allerbeste daraus zu machen.
Am Abend gehen wir zum ersten Mal gemütlich Essen und das für lächerliche (umgerechnet) 10€…
(Das ist einfach unglaublich, für ein leckeres Fischgericht mit Reis, ein Rindssteack mit Bratkartoffeln, ein Bier, zwei Caipis und 2 Espresso zahlen wir nur 10€!)
Die Besitzer des Hotels stammen witzigerweise aus Leipzig, (witzig deshalb, da ich selbst Thüringerin bin!)
wie Sie uns erzählen und leben schon seit 3 Jahren hier. Wir kamen recht schnell ins Gespräch, welches ganz Interessant war.
Ich muss das jetzt einfach loswerden…so zum Beispiel berichteten Sie uns von dubiosen Unfällen, wo Einheimische nach Einbruch der Dunkelheit, Ihre 89 jährigen Großmütter “eiskalt” auf die Straßen legen würden, mit dem Ziel sie überfahren zu lassen und somit dem Täter natürlich illegal eine Größere Summe Guaranis zu entziehen, um auf Polizei zu verzichten und die Gefängnisstrafen zu ersparen….
Ich glaubte dies alles natürlich und war geschockt. Wie sich später herausstellte, waren das alles doch mehr oder weniger erfundene Horrorgeschichten, welche da in die Welt gesetzt werden.
Ich hoffe es….

 

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4 Responses to “Donnerstag, 24.03.2005 (Gruendonnerstag)”

  1. elke stallmann sagt:

    Hallo ihr beiden, wir waren auch im Mai in Paraguay, in Independencia und haben im Hotel-Sportcamping, bei der Fam Rickel gewohnt. Ich kann das was ihr da geschrieben habt überhaupt nicht verstehen. Wir waren vier Wochen da und konnten uns nicht beklagen. Der Besitzer Herr Rickel und die ganze Fam. waren sehr nett und freundlich. Sie haben uns überall mit hingenommen und uns sehr viel gezeigt und erklärt. Auch waren wir mit ihnen an den Wasserfällen. Das Hotel selbst ist sauber und das Essen war immer in Ordnung, an dem Frühstück gab es nichts auszusetzen. Es gab immer Brot und Brötchen, Tee und Kaffee, Wurst, Käse, Marmelade und ein Ei. Ebenso gab es jeden morgen frischen Saft und Obst. Was will man denn noch erwarten, das Frühstück und das Abendessen waren sehr gut und für uns gab es nichts zu meckern. Die Zimmer waren sauber und wurden jeden Morgen geputzt, auch die Handtücher wurden täglich gewechselt. Die Bettwäsche wurde auch sehr oft gewechselt, ich glaube nicht das jemand das zu Hause so oft macht. Insgesamt muss ich sagen waren wir sehr zufrieden und würden zu jeder zeit wieder dort Urlaub machen, wenn wir nicht am 22.4. nach Paraguay auswandern würden. Aber wir werden bei den Rickels wohnen in der Zeit bis unser Haus gebaut ist. Ich kann nur sagen das das Hotel Sportcamping viele Freunde hat. Wenn es so gewesen wäre würden die alle nicht mehr hin fliegen, aber sie kommen fast alle wieder. Grüsse Elke

  2. Oliver sagt:

    Hallo Elke, danke für Deinen Kommentar und Deine Eindrücke. Wie geschrieben, ist das ein subjektiver Eindruck von uns. Bei uns war es halt genau anders. Wir wünschen Euch jedenfalls viel Glück und Erfolg bei Eurer Auswanderung. Würde uns freuen zu hören wie es Euch nach einiger Zeit ergangen ist. Gruß Oliver

    • gerhard sagt:

      hallo oliver, auch wir waren schon mal bei den rickels. sehr freundlich waren die nur so lange sie glaubten, wir kaufen ein grundstück von ihnen. auch kommen die nicht aus leipzig sondern aus dem westen. wir kommen auch aus thüringen (eichsfeld). könnt ja mal schreiben…..die py-foren sind grausam……alles zankt sich…. einer schimpft über den anderen….
      schönen 4. advent
      gerhard

      • Oliver sagt:

        Hallo Gerhard,
        ja wir hatten damals auch nach ein paar Tagen genug und sind vorzeitig abgereist.
        PY Foren gibt es einige, und wenn man zwischen den Zeilen liesst kann man da seine Infos auch beziehen.
        Am Besten ist es aber immer noch alles selbst zu erkunden, OHNE Begleitung.

        Grüße Oliver

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