Gelbfieber & Dengue in Paraguay

Ein Großteil der Besucher unserer Homepage wird sicherlich bereits darüber informiert sein, das vor einigen Tagen (nach über 35Jahren) erstmals wieder das „Gelbfieber“ in Paraguay, Nahe der Hauptstadt Asuncion ausgebrochen ist.

Hier einige News aus den hiesigen Tageszeitungen, über die aktuelle Gelbfieber und Denguesituation im Lande.

Notstand
Gelbfieber in Paraguay

Das von einer Gelbfieber-Epidemie bedrohte Paraguay hat aus dem Ausland Impfstoffe für fast eine Million Menschen erhalten. Brasilien und Peru hätten 940.000 Einheiten mit Impfserum geschickt, berichtete die Zeitung „ABC Color“ am Sonntag unter Berufung auf Vizegesundheitsminister Antonio Barrios. Am Freitag hatte die Regierung in der Hauptstadt Asunción wegen der sich häufenden Fälle der gefährlichen Viruserkrankung den Notstand ausgerufen.

Weltweit erkranken pro Jahr etwa 200.000 Menschen an Gelbfieber, von denen etwa 30.000 sterben. Besonders betroffen ist Afrika.
In Paraguay hatten tausende Menschen in den vergangenen Tagen Krankenhäuser und Gesundheitsstationen belagert, um sich impfen zu lassen. Doch es gab keine Impfstoffe. Das nun aus dem Ausland eingetroffene Serum sollte nach Angaben von Barrios zunächst zur Immunisierung der Bevölkerung in den besonders bedrohten ländlichen Regionen eingesetzt werden. Medizinisches Personal werde von Haus zu Haus gehen und alle Bewohner impfen.
Der Notstand war ausgerufen worden, nachdem sechs weitere Fälle der von Stechmücken übertragenen Virusinfektion in der Nähe der Hauptstadt Asunción bekanntgeworden waren. Es bestehe damit eine erhebliche Gefahr, dass die Krankheit auch auf städtische Regionen übergreife und sich zu einer Epidemie ausweite, begründeten die Behörden die Maßnahme. Damit wurden Sondermittel für Vorbeugemaßnahmen frei.

Hämorragisches Dengue;die neue Bedrohung im Anflug

Der Direktor der Gesundheitsaufsicht des Gesundheitsministeriums, Gualberto Pinánez, sagte, dass aufgrund der hohen Verseuchung mit dem Aedes aegypti, das Dengue eine Bedrohung darstellt. Es werden ca. 500.000 Personen betroffen sein.

Montag, 25.02.2008

Kaum beginnt sich die Knappheit der Gelbfieberimpfung zu normalisieren und sich die Bevölkerung wieder zu beruhigen, ist eine neue Bedrohung im Anflug auf das Land. Die Gefahr hat einen gut bekannten Namen: Hämorragisches Dengue.
Gemäß Dr. Gualberto Pinánez, Direktor der Gesundheitsaufsicht “es wird hämorragisches Dengue geben”.
Der Funktionär weist darauf hin, dass es sich nicht nur um ein Risiko handelt. „In dem Moment, wo eine Epidemie auftritt wird es hämorragisches Dengue geben. Die Frage ist nicht, ob es hämorragisches Dengue geben wird, sondern wieviele Fälle es geben wird“.
Es gilt sich an das Jahr 2007 zu erinnern, als wir 17 Tote, mehr als 3.000 Internierungen und 28.000 Infizierte hatten. Was dieses Jahr betrifft, so haben wir 700 Fälle und gemäß den Daten des Gesundheitsministeriums kommen täglich zwischen 40 und 50 Fälle hinzu.
Noch einmal: Pinánez erklärt, dass diejenige Bevölkerung, die bereits Dengue hatte, nun anderweitig infizieren kann.
“Ehrlich gesagt, das besorgnis erregendste ist, dass die Bevölkerung trotz der Angst vor dem Gelbfieber, sich nicht um den Moskito gekümmert hat. Und nun, nachdem sich die Leute wieder beruhigen weil der Impfstoff in ausreichender Menge kommt und ein Großteil der Menschen sich impfen wird, verfallen sie in die gleichen Gewohnheiten und kümmern sich nicht mehr um Dengue”, stellt er heraus.
Die Vorhersage wird für die Dauer des Sommers zur Realität, obwohl eine Atempause in Aussicht steht, falls der Winter dieses Jahr kalt wird.
“Weil die Kälte die Krankheit unterbricht, da der Moskito in dieser Zeit eine geringe Aktivität zeigt. Die ausgewachsenen Moskitos verfallen in Lethargie und bewegen sich kaum noch, sie verstecken sich an warmen Orten im Haus; natürlich stechen einige von ihnen weiterhin, aber die Möglichkeit die Krankheit zu übertragen sinkt“ fügt er hinzu.
Verseuchung. Für Pinánez bleibt das Problem das gleiche: erhöhter Befall wurde in Asunción und im Department Central festgestellt.
“Das jetzige Problem ist, dass weitere Fälle auftreten; es gibt keine Anzeichen, dass die Gefahr sinkt. Der letzte Larvenfund war in Asunción und Central und deuten auf eine Verseuchung über 5% hin, wobei Laurelty bei 26% liegt”, informierte er.
Wenn man bedenkt, dass es keine Impfung gegen Dengue gibt, ist das Szenario sehr alarmierend. „Ich weiß nicht, ob wir so ungläubig oder faul sind, oder beides zusammen”, überlegt Dr. Gualberto Pinánez.
Ein erneuter Ausbruch von Dengue bleibt für die Gesundheitsbehörden des Landes besorgniserregend.
Vergangene Woche verkündete der Vice-Gesundheitsminister, Antonio Barrios, die Prognose des Ministeriums, dass zwischen 500.000 und 600.000 Personen für das hämorragische Dengue anfällig sind.
Die Larvenvermehrung des Aedes aegypti Moskito muß alarmierend sein und nicht unterschätzt werden, weder von der Bevölkerung noch von den Behörden.

Die Zahlen

20%
Befall im barrio Panambí (Asunción). Es gibt Larven in Tränken, Flaschen und Dachrinnen.

13,80%
Wurde am Omibusterminal gefunden in Abwassergullies, Wegwerfgeschirr und Reifen.

10,70%
Befall im barrio Panambí Verá. Gleiche Funde wie in Panambí Retá.

10,20%
Verseuchung im barrio Bernardino Caballero. Flaschen, Kübelpflanzen mit Untersetzer sind hier die potentiellen Brutstätten.

8,62%
Wurde in Capilla del Monte, San Lorenzo gefunden.

Bekämpfung der Moskitovermehrung

Wöchentliche Inspektion der Höfe und Häuser reicht aus, um die Brut zu verhindern.
Die Larven der Aedes aegypti ist nach 7 Tagen ausgewachsen, weshalb die wöchentliche Reinigung ausreicht, um Haus und Viertel moskitofrei zu halten.
Bedauerlicherweise konnten diese Maßnahmen bislang nicht durchgesetzt werden und so bleiben die Wohnviertel von Asunción weiterhin verseucht und der Denguevirus zirkuliert weiter.
Um die Larvenbrut zu vermeiden, sollten Brunnen, Zisternen der Behausungen immer abgedeckt sein.
In Asunción und San Lorenzo wird ein Larvenbefall von 17% registriert, gemäß Daten der Seuchenbekämpfung (Senepa).
In Asunción gelten folgende Viertel als besonders versucht: General Díaz, Loma Pytá, Villa Aurelia, Manorá und San Roque.

Übrigens konnten wir uns Beide gestern Vormittag im Hospital „La Costa“ gegen Gelbfieber impfen lassen, dies geschah problemlos, ohne lange Wartezeiten und kostete pro Person 134577Gs. (=19,80€)

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