Nächstes Jubiläum – 10 Jahre Paraguay

Nächstes Jubiläum – 10 Jahre Paraguay

 

Auf den Tag genau, heute vor 10 Jahren, am 15. Oktober 2007 verabschiedeten wir uns mit großen Zielen, einem weinenden wie einem lächelnden Auge von Familie und Freunden, ebenso vom gewohnten Arbeitsalltag welchen ich (Manuela) aufgab, dem bzw. unserem deutsch strukturiertem Alltag und wagten gemeinsam den Schritt in ein völlig neues Leben in Paraguay.

Heute, 10 Jahre rückblickend können wir sagen, der Schritt Deutschland den Rücken zu kehren ist kein Falscher gewesen.

Auch wenn es einige Zeit benötigte sich weitestgehend einuzleben/ wohlzufühlen, sich an die südländische Mentalität zu gewöhnen, denn meist ticken die Uhren, wie auch die Menschen ( incl. Europäer) hier völlig anders als in der alten Heimat wir es gewohnt waren.

Das Erlernen der spanischen Sprache stellten wir uns Beide um einiges einfacher vor, so erschwerte und dies anfangs so manches… Auch heute besuchen wir noch einen Kurs um die Sprachkenntnisse weiter auszubauen.

Während der vergangen Jahre lernten wir immerzu an neuen Erfahrungen, so gab es für uns hier Höhen und Tiefen, Freude und Leid, aber auch viel Glück, so wie (ein klein wenig) Pech…

Alles in allem sind wir inzwischen von Luque, über Nueva Colombia, nach Paraguarí und weiter in die Nähe von Loma Plata in den Chaco gezogen.

Wir versuchten und versuchen bis heute „unseren Weg “ zu finden, sind am träumen, planen und realisieren … und werden Euch weiterhin an gravierenden Erlebnissen / Veränderungen teilhaben lassen.

Nach einem Jahr im Chaco

Nach einem Jahr im Chaco

Nun haben wir das erste Jahr im neuen zu Hause bereits hinter uns. Die letzten 5 Monate haben wir den Chaco erstmals auch von seiner harten, aber auch „normalen“ Seite kennen gelernt: Trocken.

An das Leben hier haben wir uns relativ schnell gewöhnt. Man nimmt natürlich, wie meistens im Leben, immer zuerst die positiven Dinge wahr, wie: Pünktliche, wie zuverlässige Handwerker und Dienstleister, saubere, vor allem begeh und befahrbare Strassen und Wege (kein herum liegender Müll), auch keine brennenden und stinkenden Müllhäufen vor oder auf Grundstücken und an Straßenrändern. Auch gibt es so gut wie keine Internet- und Stromausfälle zu beklagen, dazu eine gute zentrale medizinische Versorgung, Verkehrsregeln werden befolgt (dadurch fühlt man sich als Fussgänger und Radfahrer nicht mehr als „Gejagter“, und zuletzt ist die Sicherheit doch „noch“ wesentlich höher als im Osten Paraguay’s. Am augescheinlichsten zu sehen an den Häusern ohne Fenstergitter, Stacheldraht Verzierung an Zaun oder Mauer und den unbesetzten Fahrzeugen mit laufendem Motor vor Geschäften.
Eigens erlebt, werden selbst Haustüren oftmals nicht verschlossen, geht man außer Haus.
Auch die Mennotiten sind großteils recht offen, sehr hilfbereit und meist sehr freundlich, geht man auf Sie zu. Jedoch haben sie Ihren eigen stark strukturierten Tagesablauf, was für uns neu zu erfahren war. Geprägt durch das Familienleben, welches stets an erster Stelle steht, die Arbeit und meist eine aktive Freizeitgestaltung in der wenigen verbleibenden Zeit…

Die Natur ist hier komplett eine Andere und gewöhnungsbefürftig, eben nicht für jederman. Alles zeigt sich viel karger, aber auch eben noch wilder und ursprünglicher durch die geringe Besiedlung. Wir geniessen zumindest die gute nahe Infrastruktur und die zugängliche Natur und sind oftmals unterwegs.

Wer wenig oder kein Spanisch spricht hat hier den Vorteil das er so ohne Probleme zurecht kommt. Für uns war dies anfangs eine Umstellung, das man von fast Jedem verstanden wird wenn man sich in der Öffentlichkeit unterhält. Man sollte so das ein oder andere Mal darauf achten was man sagt

Aber es gibt natürlich auch hier einige Schattenseiten: Die Auffälligsten sind das begrenzte Wasser und der Schmutz (Sand/Staub) .
Das so kostbare und rar vorhandene Wasser hier. Es gibt in den Kolonien keine öffentliche Wasserversorgung, sondern das ganze Wasser ist gesammeltes Regenwasser. An Privathaushalt und Gebäuden wir das Wasser vom Dach in Zisterne gesammelt, daher auch oftmals überaus große Dächer/ Häuser zu sehen . Auf den Estancien werden rießige Tachamare aufgeschoben wo das Regenwasser zusammenfliessen kann. Die Privathäuser haben meist zwischen 20 und 60 Kubikmeter Zisternen, manche haben auch deutlich mehr. Das sieht man dann an den immer grünen Gärten oder an dem ein oder anderen Pool.

Nun hat es hier, was eigentlich normal ist für den Chaco, seit Mai nicht mehr wesentlich geregnet. Daher müssen die meisten Haushalte bereits Wasser zukaufen, was zum Glück möglich ist. Natürlich ist dies auch nicht gerade günstig. 5000 Liter kosten je nach Wasserqualität zwischen 100.000 und 150.000 Gs. Man kann sowohl Gießwasser oder aber gefiltertes Wasser für den Haushalt kaufen.

Der Umgang mit dem Wasser ist, zumindest für uns, ist ein völlig neuer geworden. Wir sind überaus sparsam, sammeln jeden möglichen Tropfen um ihn dann wiederzuverwenden. Es ist eine Erfahrung, welche ganz sicher nicht schadet, im Gegenteil, jedoch auf Dauer nicht wünschenswert in dieser Form.

Durch das fehlende Wasser kommen wir gleich zum 2. großen Missfallen, dem Sand/ Staub.
Dadurch das in den Ortschaften nur die Hauptstraße geteert ist und alle anderen Straßen Sand- bzw. Lehmpisten sind, ist es entlang der Straßen, vor allem morgens, mittags und zu Feierabend extrem staubig. Der Wind tut oft sein übriges zur Unterstützung. So hat man im Winter/ Frühjahr des öfteren Nordstürme welche den Sand heftig vor sich hertreiben. Sprich, man hat hier überall Staub, vor dem Haus… im Haus… im Auto, selbst in Nase/ Ohren und Mund ;O!
Es gibt daher nur 2 Möglichkeiten, hat man nicht den Genuss in einer ruhigen, wenig befahrbaren Gegend oder auf dem Lande zu leben.
Man schließt die Augen oder man putzt sich um den Verstand.

Leider mussten wir vor einem Monat erfahren, dass unsere Vermieter im Juli kommenden Jahres aus Kanada zurück kommen werden. D.h. für uns, dass wir uns erneut ein neues Mietshaus suchen müssen. Wenigstens haben wir dazu relativ Zeit, denn gute Mietobjekte sind hier genauso selten wie in Ostparaguay. Dazu konnten wir in den vergangen Monaten manche Erfahrungen sammeln, welche beim Suchen nach einer neuen Bleibe von Wichtigkeit sind.
Wann und wohin es uns verschlagen wird, werden wir hier bald berichten.

„Glatteis“ im Chaco

„Glatteis“ im Chaco

hier im Chaco haben wir in den letzten Wochen vermehrt Straßenverhältnisse wie im deutschen Winter.
Bedingt durch den vielen Regen in letzter Zeit sind die Sand- und Lehmpisten stark aufgeweicht und es fährt sich wie im Schneematsch bzw auf vereister Strasse in Deutschland.
Man muss bei den nach links und rechts abfallenden Strassen gut aufpassen das man nicht im Graben landet. Ebenso sollte man starkes Bremsen vermeiden.
Normalerweise vermeiden wir es zu fahren bei diesen Verhältnissen, aber wir mussten heute ein paar Rechnungen bezahlen und zum Einkaufen. Es dauerte zwar alles etwas länger da mehr wie 40 km/h nicht drin waren, aber wir kamen heil an. Das Auto hat allerdings eine Wäsche nötig.

 

 

 

Adina’s Cafe in Filadelfia

Adina’s Cafe in Filadelfia

Seit einigen Wochen besuchen wir hier in Loma Plata einen Spanisch Kurs, in welchem wir auch Adina kennenlernten, welche das Ziel hatte in Filadelfia ein eigenes Café zu eröffnen.

Da  auch wir leidenschaftliche Kaffeetrinker wie auch Eisesser sind, und die hiesige Kaffeebohne doch oftmals nicht das verspricht was man in Südamerika erwarten sollte und mangels Erfahrung und Maschinen die Zubereitung auch zu Wünschen übrig lässt, waren wir freudig überrascht von dieser Idee und ließen es uns nicht nehmen zum Eröffnungstage anwesend zu sein.

So wurde spontan der Spanischkurs nach Filadelfia verlegt und die nette Runde traf sich zu lecker Cappuccino und Kuchen im „Café Adina“! Das Haus sehr nett & stilvoll eingerichtet, dazu ein idyllischer Garten, wo genügend verschiedene Sitzmöglichkeiten vorhanden sind. Das Ambiente außergewöhnlich für Paraguay, für uns richtig zum Wohlfühlen. Für die „kalten Tage“ hier gibt es einen Schwedenofen im Haus und draussen gibt es Feuerschalen und warme Decken zum Verweilen.

img_20170601_183201 img_20170602_162710442 img_20170601_183718713 img_20170601_183734339 img_20170601_184919

Dank einer original italienischen Espressomaschine, dazu einer würzigen Bohne, werden die verschiedensten Arten von Kaffee angeboten, wie man es eben aus Deutschland bzw. Europa kennt. Dazu natürlich auch kühle Getränke wie Eiskaffee/ Eiskakao/ Smoothies oder auch viele Angebote an leckeren Torten, Kuchen und Plätzchen. Für den eher „unsüßen“ Gast, gibt es kleine würzige Speisen die ebenso schmackhaft ausschauten. Im Plan sind auch belegte Brezeln, wie Brote…

img_20170602_162658645 img_20170602_162652808 img_20170602_162645637 img_20170602_162629851

Der erste Nachmittag/ Abend schien sehr gut besucht, trotz kühlen Temperaturen. Glücklicherweise fanden wir gerade noch eine kleine Ecke um ungestört mit Daniel & Camilla den Spanisch Kurs, wenn auch etwas lockerer als üblich, abzuhalten.

Und da es uns so arg gefiel, nutzten wir den Folgetag, nach 2 Terminen in Filadelfia gleich nochmals um uns alles bei Tage anzusehen.

img_20170602_162601230 img_20170602_162540423 img_20170602_163009085

Wir hoffen sehr und wünschen Adina, das Sie mit Ihrer Verwirklichung Ihres langjährigen Traumes viel Erfolg und Glück haben möge, dazu natürlich ebenso viel Spaß & Freude mit Ihrem etwas besonderen Café.

Was uns betrifft, werden wir wohl Termine in Filadelfia immerzu mit einem Besuch da verbinden, sei es zum Brunchen, auf einen Eisbecher oder auch nur eine Tasse Espresso.

Citrusfrüchte – Vitamin C

Citrusfrüchte – Vitamin C

Seit einigen Wochen genießen wir den Herbst hier in Paraguay, bei angenehmen Temperaturen, Nächten ohne Klimaanlagen und regelmäßigem Regen.
Hier im Chaco hat somit auch die Erntezeit aller Zitrusfrüchte begonnen. Man findet Mandarinen, Tangerinen (diese waren uns bisher neu), Orangen, Pomelos (rosa und gelbe), Limetten und Zitronen zu kaufen. Obwohl der Chaco wesentlich trockener ist als der Osten Paraguay´s wachsen und reifen hier die Früchte sehr gut. Gerade wegen dem fehlenden Wasser schmeckt das Obst hier deutlich süßer als im Rest des Landes. Eine Pomelo ist hier überhaupt nicht sauer, wie einst in Deutschland gewohnt, sondern hat eher die Süße einer Orange. Sehr lecker!

Zur Zeit werden hier überall verschiedene Vitamin C zu günstigen Preisen auf den Höfen und Wirtschaften in der Umgebung verkauft. Auch wir haben uns gestern 3 Kisten (50 Stück) rosa Pomelos (ungespritzt!, also so richtig Bio!) abgeholt um Saft daraus zu pressen. Somit überstehen wir hoffentlich auch die bald kommenden kalten Winterwochen ohne größere Erkältungen 😉
Nächste Woche kommen die Tangerinen dran. Diese gehören zur Familie der Mandarinen wie die Clementinen. Sind aber etwas rötlicher gefärbt und nicht ganz so rund.

img_20170505_163542 img_20170505_163551 img_20170506_094330
Tierheim in Filadelfia

Tierheim in Filadelfia

Vorletztes  Wochenende zum „Tag der offenen Tür“ besuchten wir erstmals das Tierheim Rescate Peludo Filadelfia in Filadelfia. Wir lasen und hörten schon sehr viel über das im August vergangen Jahres eröffnete Projekt.

Der Besuch sollte einen kleinen Einblick in die Haltung, Betreuung und Vermittlung der kleinen wie auch großen Vierbeiner bieten. Ebenso wurde ein Flohmarkt organisiert, dessen gesamte Einnahmen den Tieren zu Gute kommen werden.

Daniela wie auch Andrea die beiden Organisatoren, empfingen uns herzlich, nahmen mit Freude unsere kleinen Mitbringsel, wie Futter, Spielzeug, Kissen und Tücher entgegen und zeigten uns die bislang aufgebaute Anlage, wie auch die vorhandene Hundeschar.

Verschieden abgezäunte Bereiche, Teils mit Hundehäusern oder Hütten, 13 derzeit vorhandene Hunde, welche auf ein neues zu Hause warten. Unter Ihnen 4 wenige Tage alte Welpen, welche man erst vor wenigen Tagen in einem Sack nahe eines Wohnhauses ablegte.

Das die Zahl der Tiere im Augenblick relativ gering war, im Vergleich zu vorherigen Monaten zeigte uns, das es doch große Resonanz gibt und auch die Menschen hier bereit sind, sich einen Hund aus dem Heim zu holen.

Wie überall auf der Welt sind so herzliche Tierliebhaber auch hier im Chaco arg rar gesät. Die Tiere haben in der region noch einen anderen Stellenwert. Für viele Familien sind Hunde einfach nur Mittel zum Zweck, eben zum Wachen auf dem Hof, im Garten. Auch  gibt es erschreckend viele Kettenhunde zu sehen. Oftmals werden die Tiere zum Verkauf oder verschenken angeboten, aus völlig irrsinnigen Gründen (unserer Sichtweise nach!) Sie bellen zu laut, oder aber zu leise, manche gar nicht. Sie laufen immerzu davon. Sie werden ganz plötzlich zu groß für das kleine Grundstück, oder aber man hat eben jetzt gerade Lust auf einen Pudel, der Collie muss dann mal eben weg…

Für uns aus dem Osten kommend, finden wir hat es wenige Streunerhunde in den Kolonien. Mag sein das sich nachts in bestimmten Barrios einige aufhalten, doch im Vergleich zu Städten in Central Paraguay, ist dies mehr als harmlos.

Wir zumindest und wir hoffen noch sehr viele Familien mehr unterstützen „Rescate Peludo“ auf jeden Fall von ganzem Herzen und wünschen Euch weiterhin viel Glück und Erfolg beim Vermitteln, von Hunden und natürlich auch Katzen!

Auch wäre es wunderbar könntet Ihr Eure Idee umsetzten (vielleicht mit Unterstützung der Gemeinde) und eine Tierlink ganz nah zu errichten, so dass hier eine Zusammenarbeit möglich wäre und vieles vereinfachen könnte.

Neuer Führerschein

Neuer Führerschein

In Paraguay erhält man den Führerschein für 5 Jahre. Allerdings muss man ihn in jedem Jahr zum 31.3. in der ausstellenden Gemeine ab knipsen/lochen lassen.
Da wir unsere Führerscheine vor 3 Jahren in Paraguari haben ausstellen lassen, müssten wir jetzt die knapp 600 km südlich fahren. Dies ist entschieden zu weit und auch viel zu teuer
Also wollten wir uns hier in Loma Plata diesen beantragen. Dazu muss jedoch der alte Führerschein gekündigt werden. (Früher ging das nur persönlich auf der ausstellenden Gemeinde), angeblich soll das nun online gehen.
Von daher fuhren wir auf die Munipalicidad von Loma Plate und brachten unser Anliegen vor. Kündigen online geht nicht, das geht nur auf der ausstellenden Gemeine.  Aber wir sollen das doch einen Freund machen lassen, dieser könnte uns dann die Kündigung schicken.
Ausserdem benötigten wir eine Meldebestätigung. Ok, auf der Polizeistation bekommt man die. Und…ganz aktuell! wir müssen uns im Krankenhaus einem Seh- und Hörtest unterziehen.
So haben wir einen Freund gefragt ob er uns die Führerscheine kündigt. Dazu haben wir Ihm Kopien unserer Führerscheine und der Cedula gesendet. Eine Woche später hatten wir unsere Kündigung in der Hand.
In der Zwischenzeit waren wir bei der Polizei in Loma Plata und wollten unsere Lebens- und Meldebescheinigung. Ok, kein Problem. dazu brauchen wir 2 „Bürgen“ die auf dem Formular unterschreiben sowie eine Kopie Ihrer Cedula im Anhang.
Also zogen wir wieder ab und fragten einige Bekannte hier, ob Sie das für uns machen würden… was zum Glück kein Problem war.
Als nächstes ging es ins Krankenhaus wegen des Seh- und Hörtest´s.  Klar können wir den hier problemlos machen lassen, aber dazu brauchen wir einen Termin. Gesagt, getan. Ein paar Tage, dann der Termin zum Test. Der Sehtest war wie gewohnt; Buchstaben von einer Tafel ablesen immer kleiner werdend. Der Hörtest lief wie folgt: Frage: Hören Sie gut? Haben Sie Hörprobleme? Ich: nein. Antwort ok, dann sind wir fertig.
Danach ging es mit dem unterschriebenen Formularen wieder zur Polizei wegen der Meldebestätigung. Eine Kopie der Cedula benötigten wir hier auch wieder Der freundliche Polizist nahm alles an und meinte am Abend können wir es holen. Also gingen wir am kommenden Morgen auf das Amt und alle Papiere lagen bereit.  Es folgte noch der Weg zum Copyshop. Somit hatten wir je:

Copie der Cedula
Lebens & Wohnbescheinigung
Kopie der Kündigung des alten Führescheins
Kopie des Zahlungsbelegs der Kündigung
Kopie unseres Blugruppen Ausweises
Seh- und Hörtest

Vergangen Donnerstag, gleich in der Früh besuchten wir also die hiesige Municipalidad, wo wir eine kleine, überschaubare Warteschlange vorfanden. Sehr freundliche Angestellte waren emsig am Arbeiten hinter Ihren Schaltern, so hieß es auch bei uns, in einer Stunde wäre die Abfrage in ASU beim Register fertig.  Wir können gerne am Nachmittag nochmals vorbei schauen.
Um 14 Uhr zurück, wieder relativ kleiner Warteschlange, dauerte es nur kurze Zeit ehe man unsere Dokumente bearbeitete. Ruck Zuck waren alle Papiere fertig, es wurde schnell gleich nebenan vor einem Vorhang noch ein Foto geschossen und 10 Minuten später hatten wir je 130.000 Gs ärmer, unseren neuen Führerschein, welche jetzt erneut 5 Jahre Gültigkeit besitzt.

Da soll noch einmal jemand über die deutsche Bürokratie schimpfen 🙂

Allgemeine Infos zum Leben im Chaco

Allgemeine Infos zum Leben im Chaco

Das Leben im Chaco

Die Fahrt in den Chaco ist wie eine Reise in ein komplett anderes Land.

Bereits hinter Asunción sieht man auf auf der gesamten, ewig langen Trans Chaco Ruta  wie sich die Landschaft verändert. Ebenes Land weit und breit welches von Riesigen Palmenheinen mit eingebetteten Wasseroasen einladend für zahlreiche Wasservögel und ander Tiere ist.

SONY DSC SONY DSC SONY DSC

Die ein oder andere Estancia Einfahrt sowie kleinere Ansiedlungen, meist von Indianern streift man auf den Weg in den Dornenbusch.
Auf den letzten 100 der ca. 450 km langen Reise in die Kolonien der Mennoiten ändern sich nicht nur die Straßenverhältnisse merklich (Schweizer Käse Ruta) , man befindet sich plötzlich inmitten des typischen undurchdringlichen Chaco Buschs.

dsc02747

Es gibt im zentralen Chaco 3 große Mennoniten Kolonien, das sind Menno, Fernheim und Neuland. Mit den Städten Loma Plata, Filadelfia und Neu-Halbstadt. Um diese Städte herum gibt es eine Vielzahl an kleinen Dörfern, oftmals mit typisch deutschen Namen wie Blumenau, Landskrone, Kleefeld, Bergfeld u.v.m.

SONY DSC

Hier ein paar Infos zu den Mennoniten und den Kolonien:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mennoniten
https://de.wikipedia.org/wiki/Menno_(Paraguay)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kolonie_Neuland
https://de.wikipedia.org/wiki/Fernheim

Die Natur ist hier oben trotz oder gerade wegen der großen Estancien noch recht vielfältig. So gibt es hier sehr viele Wildtiere zu sehen. Durch die großen Estancien bleibt der Kontakt mit den Menschen meist aus und somit haben hier Wildtiere wie Pumas, Jaguar, Nasenbären, Tapiere, Wildschweine, Nandus u.v.m. noch große Rückzugsgebiete.

img_20161108_200317 SONY DSC p1010752 p1010788

Leider gibt es aber auch hier immer mehr „Jagd Fanatiker“, die glauben das Wild schießen zu müssen, überaus stolz das Fleisch dann Essen oder verkaufen. In der freien Natur ist dies natürlich verboten, was jedoch wenige Dergleichen abhält. Auf privaten Estancien schaut es hingegen anders aus, der Besitzer einer solchen kann das Jagen dulden.

Auch ist die Flora hier überraschender Weise sehr grün und vielfältig, wesewegen der Chaco auch als die Grüne Hölle bezeichnet wird.

dsc00477 SONY DSC p1020045 img_20161211_151131487_hdr

Das Leben in den Kolonien ist im Vergleich zum Osten Paraguays völlig ein anderes, wie die oben beschriebene Fauna.  Allgemein gesagt wieder um einiges Deutscher, und  das bei tropischen Temperaturen.

Was sofort auffällt, es ist (abgesehen vom Sand/Staub) hier um einiges sauberer. Sei es in Ortschaften, auf oder vor Privatgrundstücken, man sieht keinen kein Müll herum liegen, demnach wird dieser auch nicht an jeder Ecke zu jeder Zeit verbrannt sondern von der örtlichen Müllabfuhr wöchentlich abgeholt.

Der Stil der Häuser hier ist ganz anders. Meist findet man hier große Häuser mit einer breiten umlaufenden Terrasse und großem Blechdach. Die großen Dachflächen sind nötig um das Regenwasser zu sammeln. Das Blech reinigt sich bei Regen schneller und saugt sich auch nicht so voll wie Ziegel.

SONY DSC dsc00724

Die Wege, die meist ja Lehm oder Sandpisten sind, sind  teilweise im besseren Zustand wie die Teerstrassen im Osten. Nach Regentagen werden sofort alle Straßen mit einer Planierraupe geglättet, oftmals fahren die Jungs noch in späten Abendstunden oder auch nachts, so kann man nach 1 bis max 2 Tagen wieder problemlos alle Wege nutzen.

SONY DSC SONY DSC dsc01379 SONY DSC img_20161128_105737539

Die Handwerker sind hier pünktlich, besser ausgebildet und leisten so qualitativ bessere Arbeit. Und was wir überraschender Weise feststellten, nicht alle Dienstleisungen sind unbeingt teurer als die von uns gewohnten in Paraguarí und Umgebung.

Das Gesundheitswesen, die Krankenhäuser haben einen höheren Standard. Es gibt deutschsprachige, wie auch paraguayische Ärzte, die oftmals in Deutschland oder den USA einige Semester studiert oder da einige Jahre gearbeitet haben.  Die Ausbildungen der Krankenschwestern erfolgt in einer modernen Berufsschule in Loma Plata, neben dem Hospital gelegen.
Fachärzte sind zum Großteil vertreten, manche Spezielle allerdings kommen nur in 12 Tagen oder monatlichen Rhythmus um Patienten zu behandeln.
Ein überaus moderne Diagnostik Abteilung ist Teil des Hospitals in Loma Plata. Lediglich das MRT kann hier oben nicht durchgeführt werden, dazu fehlt eine konstante Stromversorgung, welche bislang noch nicht ausreichend ist.
Einige wenige Krankenversicherungen in Paraguay (Migone, Medi Life z.B.) arbeiten mit den Hospitälern hier zusammen, so ist auch für „nicht“ Mennoniten ein Versicherungsschutz gewährleistet.

Altersheime, Sozialdienste mit ausgebildeten Fachkräften sind ebenso in allen 3 Städten vertreten.

dsc00337 img_20160608_103749

Die Sicherheit ist hier um einiges höher wie im Osten. Es gibt wesentlich weniger Einbrüche und Gewaltdelikte. Die Häuser haben hier meist keine Gitter und viele lassen Ihre Häuser auch unverschlossen wenn Sie ausser Haus sind.

Die Versorgung mit den Artikel zum Leben ist hier inzwischen sehr gut gewährleistet. Es gibt große Supermärkte wo es soweit alles zu kaufen gibt. Einzig das Angebot an Fisch, und gefrorenem Gemüse ist arg begrenztoder qualitativ nicht unser Geschmack, wie wir bisher feststellen mussten.
Die Ferreterien sind hier ähnlich strukturiert wie kleine Bauhäuser und man bekommt fast alles.
Ebenso gibt es inzwischen eine größere Anzahl an kleineren Läden, wie Bekleidung, Schuhe, Optiker,  Elektro, Computer und einige Importläden die Waren aus Deutschland oder Kanada anbieten, natürlich meist zu stolzen Preisen.

Wer möchte, kann hier vielen Freizeitaktivitäten nachgehen. Für die Bürger wird von den einzelnen Gemeinden vieles angeboten (Unterrichte, Kurse, Turniere, Vorträge, Aufführungen,…).  Vieles wird von den Kirchengemeinen organisiert. Davon gibt es hier natürlich einige. Allerdings bekommt man davon wenig mit als Außenstehender, so können wir dies nach mehr als 3 Monaten die wir hier leben sagen.

Es gibt viele Natur- und Freizeitparks.
Auch kann man hier problemlos Fahradfahren, entweder auf Gehwegen (die eben sind und ohne Löcher) oder auf den Strassen. Hier muss man keine Angst haben das man vom Auto/LKW angefahren wird. Zwar gibt es die gleichen Verkehrsregeln wie im Osten, diese werden aber weitgehends eingehalten. In den Ortschaften gilt Tempolimit 40 bzw. 30.

SONY DSC dsc01681 img_20161211_162145450_hdr img_20161016_173020833 p1020148

Viele dieser Dinge sind natürlich der Isolation und der großen Entfernung zum „Rest“ von Paraguay geschuldet. Es leben hier auch relativ wenig „normale“ Paraguayer. Entweder Mennoniten oder zahlreiche Indianer. Europär ebenso wenige.
Die Mennoniten sind bislang alle sehr freundlich, meist offen und interessiert.
Etwas ungewohnt ist natürlich die Sprache. Natürlich ist  die Amtssprache hier auch Spanisch und die Mennoniten sprechen (fast alle) spanisch, da es in Schulen unterrichtet wird. Aber die Umgangssprache untereinander ist meist Plattdeutsch. Hochdeutsch kann auch fast jeder hier, zumindest in den Städten, da auch dies in den Schulen gelernt wird. Sprich man kommt hier wenn man die spanische Sprache nicht lernen mag oder kann problemlos fast überall (selbst auf der Municipalidad) mit Deutsch zurecht.

Das Hauptproblem im Chaco liegt nach wie vor natürlich bei der Wasserversorgung. Diese ist aber den Gegebenheiten angepasst die letzten Jahrzehnte sehr optimiert worden. Brunnen gibt es hier wenige. Von daher wird das Wasser im privaten Bereich über die großflächigen Blechdächer in großen Zisternen (Zisternen im Chaco)  gesammelt und in der Landwirtschaft hat man die Tachamare aus Australien übernommen.
Es werden hier in Senken Auffangbecken ausgehoben wo das Wasser aus der Umgebung zusammenfließt. Aus dem Aushub werden riesige Trichter gebaut in die das Wasser gepumpt wird. Von dort wird es über Leitungen auf den Farmen weiter verteilt.

dsc00395 p1020060 dsc00217

Wenn man mit ständig hohen Temperaturen im Osten Paraguays seine Probleme hat, empfindet man die +4 Grad höhere Temperatur im Chaco, bedingt durch  die Trockene Luft hier, (LFK  liegt meist 25-30 %, außer nach Regenschauern) als nicht so unangenehm wie 70% feuchte 35 Grad, welche man oftmals in den Sommermonaten außerhalb von  Asunción messen kann.

Natürlich gibt es auch hier die ein oder andere negative Erfahrung welche uns überraschte. So konnten wir in den Monaten Oktober/ November bis zu 5 Tagen nach Regenfällen (und es waren einige glücklicherweise natürlich) kaum ohne von Moskitos zerstochen zu werden aus dem Haus gehen, ganz gleich zu welcher Uhrzeit ;( Weniger schön, Antimoskito Sprays hatten Hochkonjunktur!
Der Staub,oder der feine Sand ist wohl zumindest jeder Frau hier ein Dorn im Auge und kann arg belasten. Man kann dem ein wenig entgegenwirken, wie z.B. Vorhänge an den Fenstern, dichte Bepflanzungen  an und um das Haus, Aufschüttung der Wege mit Kies, oder aber sich ein Haus in einer idyllisch gelegenen Sackgasse suchen und keines an einer stark befahren Straße…

Mietshäuser sind hier im Vergleich zu verkaufenden Immobilien nicht so arg üppig zu finden, dennoch stehen immer wieder einmal ein paar im Angebot.  Der Preis schwankt stark, vor allem auch nach Lage/ Stadt.

Was hier fehlt , uns bislang jedoch nicht stört, ist das typisch südamerikanische Gewusel. Es gibt keine Stadtmärkte welche den Trubel verbreiten wie eben gewohnt im Osten des Landes. Auch sieht man hier eigentlich nie Anwohner mit Ihrem Terere Becher  am Straßenrand sitzen und schwätzeln , einfach in den Tag hinein lebend. Zum einen gehen die meisten Menschen hier einer Beschäftigung nach, außerdem wird es wahrscheinlich einfach zu heiß, zu staubig sein…
Für uns ist im Moment das Leben hier schön, etwas Neues, anderes eben.  Wir genießen mehr Zeit miteinander verbringen zu können. Auch das Leben ohne Capataz ist fantastisch!
Das Ganze sind auch rein subjektiv unsere Eindrücke & Erfahrungen. Und ein Paradies gibt es nirgends… dieses wäre dann auch überfüllt 😉 Zusammen mit den Fotos gibt es hier einen kleinen Einblick in die Kolonien des Chaco’s.

Hier findet man viele weitere Bilder mit Erklärungen. (Bilder enthalten in der großen Ansicht die Beschreibung)

Weihnachten im Chaco

Weihnachten im Chaco

Unsere ersten Urlaubs und Weihnachtsfeiertage verbrachten wir hier in aller Ruhe zusammen in Bergfeld.
Da unsere Familie klein, hielt sich der sonst übliche Weihnachtsstress in Grenzen.

Wir besuchten nun hier den Weihnachtsmarkt, Manuela dekorierte erstmals seit 9 Jahren das Haus wieder ein klein wenig, backte dazu einige Weihnachtsplätzchen, ein Deutscher Stollen von Freunden lag/ liegt  im Kühlschrank, Von Nachbars bekamen wir einen Teller Lebkuchen und dennoch es kam nur sehr mühselig ein ganz wenig Stimmung auf…

img_20161220_131617695 img_20161222_134725628 img_20161128_165151520 img_20161128_165250251

Hier im Norden Paraguays wird dazu scheinbar ein wenig anders gefeiert als in Central üblich. völlig verschiedene Traditionen in Ost / West.

So gab es 0.00 Uhr nur vereinzelte Raketen (Böller hörten wir keine). Wie wir von Bekannten erfuhren, wird hier im Gegensatz zu unten nach Mitternacht, kaum geknallt, auch das übliche Assado nach 0.00Uhr bleibt aus.

Es war alles in allem recht ruhig geblieben hier in Bergfeld, ebenso an den folgenden Feiertagen. Unter den Mennoniten wird der 2. Weihnachtsfeiertag wie in Deutschland üblich ebenso gefeiert.

Wir nahmen am Vormittag des Heilig Abend nach ausgiebigem Frühstück unsere Wilma und fuhren in eine nahe gelegene Salzlagune, wollten dem Trubel und „Geböllere“ entfliehen und hofften das an diesem Tag eh nicht mehr so viele Menschen unterwegs zum Spazieren gehen seien. Dem war auch so. Laguna Capiata ganz ruhig und friedlich gelegen, wunderbar zum laufen, beobachten, fotografieren, selbst eine Abkühlung im Nass war möglich und beim nächsten Mal geht der Picknick Korb und Badesachen dann mit auf Reisen…

[Bild nicht gefunden] [Bild nicht gefunden] p1020249 p1020342 [Bild nicht gefunden] [Bild nicht gefunden]

Alle Bilder des Ausflugs zur Laguna Capitan sind hier
m Abend wurde dann leckeres Grillfleisch aufgelegt, und auch wenn mit Heilig Abend dies alles nicht viel gemeinsam hat, war es dennoch ein wunderbarer Tag gewesen.

Wir wünschen Euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr.
Feiert gescheit und lasst es krachen.
Möge das Jahr 2017 mehr Frieden & Liebe bringen.
Schön dass es euch gibt!
Love❤and Peace

Weihnachtsmarkt in Loma Plata

Weihnachtsmarkt in Loma Plata

Vergangene Woche fand zum ersten Mal in Loma Plata auf dem „Parque Pioneros“ ein 4 tägiger Weihnachtsmarkt statt.

p1020162 p1020094

Wir waren sehr gespannt darauf, was uns erwarten und vor allem wie dieser Markt von den Menschen angenommen wird. Im Osten Paraguay’s kannten wir das ja bislang zumindest noch nicht.
Bereits nach dem 1. Abend sah man, dies wird ein Erfolg und sehr wahrscheinlich im kommenden Jahr eine Fortsetzung geben wird…
Es waren, für uns überraschend viele Stände aufgebaut in dem weihnachtlich geschmückten Park. Sehr faszinierend auch, das eigentlich nur selbst produzierte Artikel (Weihnachtsschmuck, Süße & würzige Speisen, Handarbeiten, Holz Schnitzereien u.v.m.) und nicht den in Deutschland teilweise üblichen „China Schrott“ anboten wurden.

p1020182 p1020110 p1020114 p1020099

Auf der großen Bühne wurden von kleinen und größeren Gruppen meist Weihnachtslieder gesungen oder gespielt. Teilweise auch in Platt, was für unsere deutsche Ohren ein wenig ungewöhnlich klang.
Wie auf diversen Veranstaltungen im Chaco meist üblich, kümmert sich jeder selbst für die Bestuhlung. Wir lernten dies schnell, so gehören auch zu unserer Autoausrüstung inzwischen 2 Klappstühle.

p1020172 p1020143 p1020100 p1020126

Die Stände sind schön in einem großen Kreis in dem Park mit Bäumen und antiken Ausstellungstücken (Maschinen, Kutschen, Werkzeuge, usw) in einem großen Kreis angeordnet.
Der Markt wurde an den 4 Abenden sehr gut besucht und wir denken das er in den nächsten Jahren noch weiter wachsen wird.

p1020184 p1020148 p1020171 p1020115

Selbst bei uns kam ohne Glühwein, Schnee & Tannenduft, dafür mit Eiskaffee bei angenehmen abendlichen 30 Grad ein klein  wenig Weihnachsstimmung auf, Wenn auch nur für kurzen Augenblick.

p1020174 img_20161217_195632687

 

Zisterne – Wasserversorgung im Chaco

Zisterne – Wasserversorgung im Chaco

Nachdem wir nun hier im Chaco leben, müssen wir uns bei so einigen, für uns neuen Dingen umstellen. Der gravierenste Unterschied bisher ist hier die Wasserversorgung.
Anders als in Central Paraguay versorgt sich hier jeder Haushalt über Regenwasser, welches über große Dachflächen aufgefangen und in Zisternen gespeichert wird.     Eine Stadtwasser Versorgung über Leitung gibt es hier nicht.
Daher werden die meisten Häuser recht groß, mit einer umlaufenden riesigen Terrasse gebaut, um möglichst viel von dem „Nass“ wenn es denn einmal kommt, auffangen zu können.  Dies hat natürlich auch den Grund des Beschattens, aber eben vorrangig um möglichst viel Wasser sammeln zu können. Die Dächer sind meist aus Wellblech, was den Vorteil bietet, das dies sich nicht voll saugt mit dem wertvollen Nass  und sich schneller säubert.     Jedes Haus hat eine oder mehrere Zisternen die über Abscheider an das Regenrinnen System angeschlossen sind. Den ersten Regen lässt man immer in den Garten laufen bis sich das Wasser   säubert und keinen Schmutz und Sand mehr mit sich führt. Dann nimmt man den Schieber heraus und die Zisterne füllt sich.

img_20161016_134136797 img_20161102_073343493 p1010809

Von dort wird es dann mittels Pumpe im Haus verteilt.
Gemessen wird bei jedem Schauer oder Wolkenbruch hier an jedem Haus mittels Regenmesserglas, so kann man in mm die Regenmenge zu Nachbarorten vergleichen und / oder wie wir es tun einen Regenkalender führen.

img_20161026_093740255

Da wir sozusagen noch „Neulinge“ sind und uns mit einigen solcher doch enormen Gegebenheiten erst vertraut machen müssen,  sammeln wir momentan auch täglich unser Brauchwasser (sei es aus der Küche oder auch das Duschwasser, Waschmaschine folgt bald) und nutzen dies um robuste Pflanzen, oder aber auch nur einen Teil des Rasens zu wässern.
Für sie meisten Menschen sicher unvorstellbar, ebenso auch nicht nachvollziehbar, stellt dies bisher für uns kein Problem. Nachdem wir einiges an Pflanzen aus Paraguarí mitgebracht haben und diese möglichst auch erhalten wollen, sehen wir es als normal an, alle Ressourcen auszuschöpfen.
Auch kauften wir vor einer Woche einen zusätzlichen Wassertank von 1000 l welcher innerhalb weniger Stunden sich mit Regenwasser füllte. Dieser war ausreichend für 6 Tage und diente als Gießwasser.

img_20161114_161410474 img_20161025_181010041

Im Chaco ist es meist einige Grad wärmer und die Niederschlagsmenge ist erheblich geringer wie im Rest des Landes.
Hinzukommt, dass das Grundwasser oft salzhaltig ist und auch Tiefbrunnen erst aber sehr großen Tiefen u.U. Süßwasser liefern können.

Die Monate Oktober/ November bis April  gelten hier als „regenreich“, im Normalfall.
Der Zeitraum Mai bis September hingegen ist die Trockenzeit, meist aber hier schon mit hohen Temperaturen, dazu sehr starken Winden im Juli/ August.
Doch wie weltweit erkennbar, verschieben sich seit einigen Jahren auch  hier im Lande die Normalitäten, so kommt es teilweise zu Extremen.  Überschwemmungen, aber auch monatelange Trockenheiten können herrschen, wie die Statistiken der letzten Jahre zeigen.

Alles in allem steht uns zumindest die „raue“ Zeit  noch bevor.
Wochenlange Temperaturen jenseits der 40 Grad, monatelanges Warten auf den ersehnten Regen, wie auch die heftigen Nord (Sand Stürme) an denen man das Haus kaum verlassen kann, wie uns erzählt wird….

Übrigens kann man sich jederzeit Wasser hinzukaufen. Es gibt einige verschiedene Anbieter, auch qualitative unterschiedliche, doch diese Möglichkeit hat man sollte die Zisterne eines Tages trocken laufen.

Umzug nach Loma Plata

Umzug nach Loma Plata

Nach wochenlangem Räumen, Sortieren, Renovieren und natürlich Packen in mehr ca. 100 Umzugskartons fuhr vergangenen Mittwoch dann der Umzugs LKW von Global Thissen vor die Haustüre. Innerhalb von 3 Stunden wurden die ganzen Kartons, ein paar wenige Möbel, ca. 60 Pflanzkübel und mehr als 70 Orchideen von professioneller Hand in den LKW geladen.

img_20161006_084140 img_20161006_084207 img_20161006_093257 img_20161006_100501 p1010596 p1010593

Wir hatten noch einigermaßen Glück mit dem Wetter,  zogen am Morgen dicke Regenwolken auf, doch es blieb bei  leichtem Nieselwetter, war auch recht kühl, was uns entgegen kam.
Gegen Mittag fuhr der LKW nach ASU um die 450 km von Asuncion nach Loma Plata am folgende Tag in Angriff zu nehmen. Wir hatten unser Auto bereits am Morgen gepackt und waren somit startklar, fuhren nach Verabschiedung in der Nachbarschaft zusammen mit Wilma direkt los nach Loma Plata. Das Autofahren war glücklicherweise kein Problem für die Schäferhündin, im Gegenteil, endlich kehrte Ruhe ein nach den letzten turbulenten Tagen.
Nach ca. 7,5 Stunden inclusiv zweier Pausen trafen wir bei Dämmerung in der neuen Heimat ein, wenn auch arg müde & kaputt. Die Schlüsselübergabe für das Mietshaus verzögerte sich, so das wir im nahe gelegenen Osterwick nette Bekannte besuchen konnten, wo wir unsere Kühl und Gefriergut vorerst verstauten und mit einem kleinen Erfrischungsgetränk willkommen geheißen wurden.
Nach einer unbequemen ersten schlaflosen Nacht auf einen aufblasbaren Matratze, die für 2 Personen dann doch etwas zu klein schien, ging es für Wilma & éla auf Rundgang  Haus & vor allem Grundstück bei hellem zu besichtigen.

p1010633 1010644 img_20161009_151943956

Nach einem starken Kaffee wurde das Haus grundgereinigt , die ersten Geräte (Kühlschrank, Waschmaschine, Herd) usw. gekauft.
Am frühen Nachmittag trafen dann  Kris mit dem Umzugswagen, 3 fleißigen Arbeitern, dazu 3 fleißig zupackende Kids bei uns ein, somit war  innerhalb 2 Stunde alles ausgeladen. Durch das professionelle Laden ging nichts zu Bruch und alles kam heil an. Wir können also Kris uneingeschränkt gerne weiter empfehlen. Preis- Leistung waren sehr gut!

img_20161007_151402 img_20161006_152915 img_20161007_160820 img_20161007_160857

Unser Schreiner aus Ypane wollte eigentlich am gleichen Tag mit den Möbel für Schlafzimmer und Küche kommen, so war es geplant, jedoch spielten Ihm die paraguayischen Automechaniker wieder einmal einen Streich und bastelten sein Auto kaputt.
So hatte er einen Tag später einen Kleinlaster gemietet und wollte am Sonntagabend um 18 Uhr losfahren und so gegen 4 Uhr morgens am Montag bei uns eintreffen. Mit einer kleinen Verspätung von ca. 10 Stunden, dazu 2 Reifenpannen und somit einer Zwangspause an einer geschlossenen Werkstatt, konnten wir Werner um ca. 14 Uhr begrüßen. Die Jungs ziemlich ko, wollten Möbel aufbauen und am gleich Tag unbedingt zurückfahren ;O
Der Fahrer gönnte sich 2 kleine Siestas, während Werner mit seinem Arbeiter fleißig, schraubte, Bohrte, Fräste und klebte. Nach ein paar Stunden war es geschafft. Nach 18 Uhr brachen Sie hier auf und kamen zum Glück heil gegen 1 Uhr nachts in Ypané an.

img_20161010_105732595 img_20161010_105741324 img_20161010_113653600 img_20161010_115754711 img_20161010_133413 img_20161010_174308 img_20161010_174327 img_20161010_174356

Ein „Casita“ , ein kleiner Metallschuppen für Werkzeug, Gerätschaften und Gartenutensilien wurde auch gleich bei einer Fabrikation in der Nähe bestellt und wir staunten nicht schlecht, am selben Tag per LKW geliefert. Der LKW konnte aber nur abladen und den Schuppen nicht an die gewünschte Stelle schieben, da der Busch zu dicht ringsherum. Der Fahrer rief kurzer Hand einen Freund mit einen Bobcar an, welcher am Folgetag half das Casita zu zu verschieben. Nach  1 h stand es an seinem Platz und weiter ging es…

img_20161010_174859 img_20161010_174917 img_20161012_081406

In den folgenden Tagen meldeten wir noch Müll, unser Postfach und Internet an. Alles ging reibungslos innerhalb ein paar Stunden und funktionierte sofort.
Auch sind die Menschen hier sehr freundlich und hilfsbereit.
Von unseren direkten Nachbarn bekamen wir auch schon einen Willkommensbesuch mit leckeren selbstgebackenen Plätzchen
So langsam gewöhnen wir uns hier ein, wobei der viele Staub bzw. Sand eine „größere Hürde“ sind, als die Hitze.  Durften wir die erste Tage das Thermometer an die 45 Grad klettern sehen, sowie die Nachzügler der für uns ersten Sandstürme erleben. Ganztagspeeling pur ;I
Auch müssen wir natürlich noch lernen mit dem Wasser , das ja hier nur gesammeltes Regenwasser in einer Zisterne ist, richtig zu haushalten.
Es wird momentan, so wie es viele Menschen hier tun alles mögliche gesammelt (Duschwasser, Spülwasser der Küche, bald auch Abwasser der Waschmaschine) um zumindest  robuste Pflanzen, Hecken, oder den Rasen am Abend zu wässern.
Auf den großen ersten Regen im Chaco warten wir noch immer. Außer 3 Tropfen und ein ein paar wenig Donner kam bisher nix an bei uns.

img_20161009_085650
Mietshaus im Chaco gefunden

Mietshaus im Chaco gefunden

am Vergangenen Wochenende bin ich kurz im Chaco gewesen, um den Mietvertrag zu unserem
neuen Haus am Rande von Loma Plata gelegen zu unterzeichnen.
Es gab doch erstaunlich viele freie Mietshäuser in der kurzen Zeit zu finden, entgegen der Aussagen Einiger.
Das Haus hat genügend Platz für uns 3 und besitzt noch dazu ein Gästezimmer sowie ein  zweites Bad,
ist aber doch kleiner als unser jetziges Casa. Auch die Grundstücksgröße schrumpft nun von 3,1 ha auf nur noch ca. 2500 qm, im Grunde genau das was wir wollten,
somit kommt dies alles bisher unseren Wünschen absolut entgegen.

img-20160702-wa0019 img-20160702-wa0018 img-20160702-wa0017

Zum Haus gehört eine Zisterne von ca. 38.000 Liter. Dies ist bei Häusern
im Chaco üblich da es keine Stadtwasserversorgung gibt, sondern das
Regenwasser gesammelt wird.
Gibt es nicht genügend Nass von oben, wofür der Chaco ja im Grunde bekannt ist, kann man sich nach Bedarf dazu kaufen und die Wasserspeicher füllen lassen.
Wie wir mit all dem „Neuerungen“ zurechtkommen, wird sich dann letztendlich zeigen im Laufe der Monate.
Es wird auch in diesem neuen Abschnitt positives wie negatives geben, wie eben auf jedem Fleck Erde.
Wichtig jedoch ist für uns das das Positive stets überwiegt.
Ganz sicher gibt es auch dort wieder einiges zu lernen für uns und damit ist nicht nur der „Regentanz“ gemeint 😉
Unser Ziel ist es daher primär erst einmal 1 Jahr oder länger zur Miete zu wohnen.

Mittlerweile gehen die Vorbereitungen für den Umzug zügig voran. Es sind schon
ca. 40 Umzugskartons gepackt, fast alle Zimmer neu gestrichen und der Umzugswagen organisiert.
Ebenso wurden schon diverse Möbel in Auftrag gegeben damit diese zum Einzug fertig werden.
Die Zeit vergeht nun recht schnell und ein neuer Abschnitt in Paraguay steht für uns vor der Tür, auf den wir Zwei uns riesig freuen.
Dennoch „ein“ weinendes Auge wird es am Tag X sicherlich geben.

Hkier noch ein paar aktuelle Impressionen aus dem Chaco:

p1010544 p1010555 p1010540 p1010549 p1010546 p1010542