Leben im Chaco

Allgemeine Infos zum Leben im Chaco

Allgemeine Infos zum Leben im Chaco

Das Leben im Chaco

Die Fahrt in den Chaco ist wie eine Reise in ein komplett anderes Land.

Bereits hinter Asunción sieht man auf auf der gesamten, ewig langen Trans Chaco Ruta  wie sich die Landschaft verändert. Ebenes Land weit und breit welches von Riesigen Palmenheinen mit eingebetteten Wasseroasen einladend für zahlreiche Wasservögel und ander Tiere ist.

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Die ein oder andere Estancia Einfahrt sowie kleinere Ansiedlungen, meist von Indianern streift man auf den Weg in den Dornenbusch.
Auf den letzten 100 der ca. 450 km langen Reise in die Kolonien der Mennoiten ändern sich nicht nur die Straßenverhältnisse merklich (Schweizer Käse Ruta) , man befindet sich plötzlich inmitten des typischen undurchdringlichen Chaco Buschs.

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Es gibt im zentralen Chaco 3 große Mennoniten Kolonien, das sind Menno, Fernheim und Neuland. Mit den Städten Loma Plata, Filadelfia und Neu-Halbstadt. Um diese Städte herum gibt es eine Vielzahl an kleinen Dörfern, oftmals mit typisch deutschen Namen wie Blumenau, Landskrone, Kleefeld, Bergfeld u.v.m.

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Hier ein paar Infos zu den Mennoniten und den Kolonien:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mennoniten
https://de.wikipedia.org/wiki/Menno_(Paraguay)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kolonie_Neuland
https://de.wikipedia.org/wiki/Fernheim

Die Natur ist hier oben trotz oder gerade wegen der großen Estancien noch recht vielfältig. So gibt es hier sehr viele Wildtiere zu sehen. Durch die großen Estancien bleibt der Kontakt mit den Menschen meist aus und somit haben hier Wildtiere wie Pumas, Jaguar, Nasenbären, Tapiere, Wildschweine, Nandus u.v.m. noch große Rückzugsgebiete.

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Leider gibt es aber auch hier immer mehr „Jagd Fanatiker“, die glauben das Wild schießen zu müssen, überaus stolz das Fleisch dann Essen oder verkaufen. In der freien Natur ist dies natürlich verboten, was jedoch wenige Dergleichen abhält. Auf privaten Estancien schaut es hingegen anders aus, der Besitzer einer solchen kann das Jagen dulden.

Auch ist die Flora hier überraschender Weise sehr grün und vielfältig, wesewegen der Chaco auch als die Grüne Hölle bezeichnet wird.

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Das Leben in den Kolonien ist im Vergleich zum Osten Paraguays völlig ein anderes, wie die oben beschriebene Fauna.  Allgemein gesagt wieder um einiges Deutscher, und  das bei tropischen Temperaturen.

Was sofort auffällt, es ist (abgesehen vom Sand/Staub) hier um einiges sauberer. Sei es in Ortschaften, auf oder vor Privatgrundstücken, man sieht keinen kein Müll herum liegen, demnach wird dieser auch nicht an jeder Ecke zu jeder Zeit verbrannt sondern von der örtlichen Müllabfuhr wöchentlich abgeholt.

Der Stil der Häuser hier ist ganz anders. Meist findet man hier große Häuser mit einer breiten umlaufenden Terrasse und großem Blechdach. Die großen Dachflächen sind nötig um das Regenwasser zu sammeln. Das Blech reinigt sich bei Regen schneller und saugt sich auch nicht so voll wie Ziegel.

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Die Wege, die meist ja Lehm oder Sandpisten sind, sind  teilweise im besseren Zustand wie die Teerstrassen im Osten. Nach Regentagen werden sofort alle Straßen mit einer Planierraupe geglättet, oftmals fahren die Jungs noch in späten Abendstunden oder auch nachts, so kann man nach 1 bis max 2 Tagen wieder problemlos alle Wege nutzen.

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Die Handwerker sind hier pünktlich, besser ausgebildet und leisten so qualitativ bessere Arbeit. Und was wir überraschender Weise feststellten, nicht alle Dienstleisungen sind unbeingt teurer als die von uns gewohnten in Paraguarí und Umgebung.

Das Gesundheitswesen, die Krankenhäuser haben einen höheren Standard. Es gibt deutschsprachige, wie auch paraguayische Ärzte, die oftmals in Deutschland oder den USA einige Semester studiert oder da einige Jahre gearbeitet haben.  Die Ausbildungen der Krankenschwestern erfolgt in einer modernen Berufsschule in Loma Plata, neben dem Hospital gelegen.
Fachärzte sind zum Großteil vertreten, manche Spezielle allerdings kommen nur in 12 Tagen oder monatlichen Rhythmus um Patienten zu behandeln.
Ein überaus moderne Diagnostik Abteilung ist Teil des Hospitals in Loma Plata. Lediglich das MRT kann hier oben nicht durchgeführt werden, dazu fehlt eine konstante Stromversorgung, welche bislang noch nicht ausreichend ist.
Einige wenige Krankenversicherungen in Paraguay (Migone, Medi Life z.B.) arbeiten mit den Hospitälern hier zusammen, so ist auch für „nicht“ Mennoniten ein Versicherungsschutz gewährleistet.

Altersheime, Sozialdienste mit ausgebildeten Fachkräften sind ebenso in allen 3 Städten vertreten.

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Die Sicherheit ist hier um einiges höher wie im Osten. Es gibt wesentlich weniger Einbrüche und Gewaltdelikte. Die Häuser haben hier meist keine Gitter und viele lassen Ihre Häuser auch unverschlossen wenn Sie ausser Haus sind.

Die Versorgung mit den Artikel zum Leben ist hier inzwischen sehr gut gewährleistet. Es gibt große Supermärkte wo es soweit alles zu kaufen gibt. Einzig das Angebot an Fisch, und gefrorenem Gemüse ist arg begrenztoder qualitativ nicht unser Geschmack, wie wir bisher feststellen mussten.
Die Ferreterien sind hier ähnlich strukturiert wie kleine Bauhäuser und man bekommt fast alles.
Ebenso gibt es inzwischen eine größere Anzahl an kleineren Läden, wie Bekleidung, Schuhe, Optiker,  Elektro, Computer und einige Importläden die Waren aus Deutschland oder Kanada anbieten, natürlich meist zu stolzen Preisen.

Wer möchte, kann hier vielen Freizeitaktivitäten nachgehen. Für die Bürger wird von den einzelnen Gemeinden vieles angeboten (Unterrichte, Kurse, Turniere, Vorträge, Aufführungen,…).  Vieles wird von den Kirchengemeinen organisiert. Davon gibt es hier natürlich einige. Allerdings bekommt man davon wenig mit als Außenstehender, so können wir dies nach mehr als 3 Monaten die wir hier leben sagen.

Es gibt viele Natur- und Freizeitparks.
Auch kann man hier problemlos Fahradfahren, entweder auf Gehwegen (die eben sind und ohne Löcher) oder auf den Strassen. Hier muss man keine Angst haben das man vom Auto/LKW angefahren wird. Zwar gibt es die gleichen Verkehrsregeln wie im Osten, diese werden aber weitgehends eingehalten. In den Ortschaften gilt Tempolimit 40 bzw. 30.

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Viele dieser Dinge sind natürlich der Isolation und der großen Entfernung zum „Rest“ von Paraguay geschuldet. Es leben hier auch relativ wenig „normale“ Paraguayer. Entweder Mennoniten oder zahlreiche Indianer. Europär ebenso wenige.
Die Mennoniten sind bislang alle sehr freundlich, meist offen und interessiert.
Etwas ungewohnt ist natürlich die Sprache. Natürlich ist  die Amtssprache hier auch Spanisch und die Mennoniten sprechen (fast alle) spanisch, da es in Schulen unterrichtet wird. Aber die Umgangssprache untereinander ist meist Plattdeutsch. Hochdeutsch kann auch fast jeder hier, zumindest in den Städten, da auch dies in den Schulen gelernt wird. Sprich man kommt hier wenn man die spanische Sprache nicht lernen mag oder kann problemlos fast überall (selbst auf der Municipalidad) mit Deutsch zurecht.

Das Hauptproblem im Chaco liegt nach wie vor natürlich bei der Wasserversorgung. Diese ist aber den Gegebenheiten angepasst die letzten Jahrzehnte sehr optimiert worden. Brunnen gibt es hier wenige. Von daher wird das Wasser im privaten Bereich über die großflächigen Blechdächer in großen Zisternen (Zisternen im Chaco)  gesammelt und in der Landwirtschaft hat man die Tachamare aus Australien übernommen.
Es werden hier in Senken Auffangbecken ausgehoben wo das Wasser aus der Umgebung zusammenfließt. Aus dem Aushub werden riesige Trichter gebaut in die das Wasser gepumpt wird. Von dort wird es über Leitungen auf den Farmen weiter verteilt.

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Wenn man mit ständig hohen Temperaturen im Osten Paraguays seine Probleme hat, empfindet man die +4 Grad höhere Temperatur im Chaco, bedingt durch  die Trockene Luft hier, (LFK  liegt meist 25-30 %, außer nach Regenschauern) als nicht so unangenehm wie 70% feuchte 35 Grad, welche man oftmals in den Sommermonaten außerhalb von  Asunción messen kann.

Natürlich gibt es auch hier die ein oder andere negative Erfahrung welche uns überraschte. So konnten wir in den Monaten Oktober/ November bis zu 5 Tagen nach Regenfällen (und es waren einige glücklicherweise natürlich) kaum ohne von Moskitos zerstochen zu werden aus dem Haus gehen, ganz gleich zu welcher Uhrzeit ;( Weniger schön, Antimoskito Sprays hatten Hochkonjunktur!
Der Staub,oder der feine Sand ist wohl zumindest jeder Frau hier ein Dorn im Auge und kann arg belasten. Man kann dem ein wenig entgegenwirken, wie z.B. Vorhänge an den Fenstern, dichte Bepflanzungen  an und um das Haus, Aufschüttung der Wege mit Kies, oder aber sich ein Haus in einer idyllisch gelegenen Sackgasse suchen und keines an einer stark befahren Straße…

Mietshäuser sind hier im Vergleich zu verkaufenden Immobilien nicht so arg üppig zu finden, dennoch stehen immer wieder einmal ein paar im Angebot.  Der Preis schwankt stark, vor allem auch nach Lage/ Stadt.

Was hier fehlt , uns bislang jedoch nicht stört, ist das typisch südamerikanische Gewusel. Es gibt keine Stadtmärkte welche den Trubel verbreiten wie eben gewohnt im Osten des Landes. Auch sieht man hier eigentlich nie Anwohner mit Ihrem Terere Becher  am Straßenrand sitzen und schwätzeln , einfach in den Tag hinein lebend. Zum einen gehen die meisten Menschen hier einer Beschäftigung nach, außerdem wird es wahrscheinlich einfach zu heiß, zu staubig sein…
Für uns ist im Moment das Leben hier schön, etwas Neues, anderes eben.  Wir genießen mehr Zeit miteinander verbringen zu können. Auch das Leben ohne Capataz ist fantastisch!
Das Ganze sind auch rein subjektiv unsere Eindrücke & Erfahrungen. Und ein Paradies gibt es nirgends… dieses wäre dann auch überfüllt 😉 Zusammen mit den Fotos gibt es hier einen kleinen Einblick in die Kolonien des Chaco’s.

Hier findet man viele weitere Bilder mit Erklärungen. (Bilder enthalten in der großen Ansicht die Beschreibung)

Weihnachten im Chaco

Weihnachten im Chaco

Unsere ersten Urlaubs und Weihnachtsfeiertage verbrachten wir hier in aller Ruhe zusammen in Bergfeld.
Da unsere Familie klein, hielt sich der sonst übliche Weihnachtsstress in Grenzen.

Wir besuchten nun hier den Weihnachtsmarkt, Manuela dekorierte erstmals seit 9 Jahren das Haus wieder ein klein wenig, backte dazu einige Weihnachtsplätzchen, ein Deutscher Stollen von Freunden lag/ liegt  im Kühlschrank, Von Nachbars bekamen wir einen Teller Lebkuchen und dennoch es kam nur sehr mühselig ein ganz wenig Stimmung auf…

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Hier im Norden Paraguays wird dazu scheinbar ein wenig anders gefeiert als in Central üblich. völlig verschiedene Traditionen in Ost / West.

So gab es 0.00 Uhr nur vereinzelte Raketen (Böller hörten wir keine). Wie wir von Bekannten erfuhren, wird hier im Gegensatz zu unten nach Mitternacht, kaum geknallt, auch das übliche Assado nach 0.00Uhr bleibt aus.

Es war alles in allem recht ruhig geblieben hier in Bergfeld, ebenso an den folgenden Feiertagen. Unter den Mennoniten wird der 2. Weihnachtsfeiertag wie in Deutschland üblich ebenso gefeiert.

Wir nahmen am Vormittag des Heilig Abend nach ausgiebigem Frühstück unsere Wilma und fuhren in eine nahe gelegene Salzlagune, wollten dem Trubel und „Geböllere“ entfliehen und hofften das an diesem Tag eh nicht mehr so viele Menschen unterwegs zum Spazieren gehen seien. Dem war auch so. Laguna Capiata ganz ruhig und friedlich gelegen, wunderbar zum laufen, beobachten, fotografieren, selbst eine Abkühlung im Nass war möglich und beim nächsten Mal geht der Picknick Korb und Badesachen dann mit auf Reisen…

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Alle Bilder des Ausflugs zur Laguna Capitan sind hier
m Abend wurde dann leckeres Grillfleisch aufgelegt, und auch wenn mit Heilig Abend dies alles nicht viel gemeinsam hat, war es dennoch ein wunderbarer Tag gewesen.

Wir wünschen Euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr.
Feiert gescheit und lasst es krachen.
Möge das Jahr 2017 mehr Frieden & Liebe bringen.
Schön dass es euch gibt!
Love❤and Peace

Weihnachtsmarkt in Loma Plata

Weihnachtsmarkt in Loma Plata

Vergangene Woche fand zum ersten Mal in Loma Plata auf dem „Parque Pioneros“ ein 4 tägiger Weihnachtsmarkt statt.

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Wir waren sehr gespannt darauf, was uns erwarten und vor allem wie dieser Markt von den Menschen angenommen wird. Im Osten Paraguay’s kannten wir das ja bislang zumindest noch nicht.
Bereits nach dem 1. Abend sah man, dies wird ein Erfolg und sehr wahrscheinlich im kommenden Jahr eine Fortsetzung geben wird…
Es waren, für uns überraschend viele Stände aufgebaut in dem weihnachtlich geschmückten Park. Sehr faszinierend auch, das eigentlich nur selbst produzierte Artikel (Weihnachtsschmuck, Süße & würzige Speisen, Handarbeiten, Holz Schnitzereien u.v.m.) und nicht den in Deutschland teilweise üblichen „China Schrott“ anboten wurden.

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Auf der großen Bühne wurden von kleinen und größeren Gruppen meist Weihnachtslieder gesungen oder gespielt. Teilweise auch in Platt, was für unsere deutsche Ohren ein wenig ungewöhnlich klang.
Wie auf diversen Veranstaltungen im Chaco meist üblich, kümmert sich jeder selbst für die Bestuhlung. Wir lernten dies schnell, so gehören auch zu unserer Autoausrüstung inzwischen 2 Klappstühle.

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Die Stände sind schön in einem großen Kreis in dem Park mit Bäumen und antiken Ausstellungstücken (Maschinen, Kutschen, Werkzeuge, usw) in einem großen Kreis angeordnet.
Der Markt wurde an den 4 Abenden sehr gut besucht und wir denken das er in den nächsten Jahren noch weiter wachsen wird.

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Selbst bei uns kam ohne Glühwein, Schnee & Tannenduft, dafür mit Eiskaffee bei angenehmen abendlichen 30 Grad ein klein  wenig Weihnachsstimmung auf, Wenn auch nur für kurzen Augenblick.

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Zisterne – Wasserversorgung im Chaco

Zisterne – Wasserversorgung im Chaco

Nachdem wir nun hier im Chaco leben, müssen wir uns bei so einigen, für uns neuen Dingen umstellen. Der gravierenste Unterschied bisher ist hier die Wasserversorgung.
Anders als in Central Paraguay versorgt sich hier jeder Haushalt über Regenwasser, welches über große Dachflächen aufgefangen und in Zisternen gespeichert wird.     Eine Stadtwasser Versorgung über Leitung gibt es hier nicht.
Daher werden die meisten Häuser recht groß, mit einer umlaufenden riesigen Terrasse gebaut, um möglichst viel von dem „Nass“ wenn es denn einmal kommt, auffangen zu können.  Dies hat natürlich auch den Grund des Beschattens, aber eben vorrangig um möglichst viel Wasser sammeln zu können. Die Dächer sind meist aus Wellblech, was den Vorteil bietet, das dies sich nicht voll saugt mit dem wertvollen Nass  und sich schneller säubert.     Jedes Haus hat eine oder mehrere Zisternen die über Abscheider an das Regenrinnen System angeschlossen sind. Den ersten Regen lässt man immer in den Garten laufen bis sich das Wasser   säubert und keinen Schmutz und Sand mehr mit sich führt. Dann nimmt man den Schieber heraus und die Zisterne füllt sich.

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Von dort wird es dann mittels Pumpe im Haus verteilt.
Gemessen wird bei jedem Schauer oder Wolkenbruch hier an jedem Haus mittels Regenmesserglas, so kann man in mm die Regenmenge zu Nachbarorten vergleichen und / oder wie wir es tun einen Regenkalender führen.

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Da wir sozusagen noch „Neulinge“ sind und uns mit einigen solcher doch enormen Gegebenheiten erst vertraut machen müssen,  sammeln wir momentan auch täglich unser Brauchwasser (sei es aus der Küche oder auch das Duschwasser, Waschmaschine folgt bald) und nutzen dies um robuste Pflanzen, oder aber auch nur einen Teil des Rasens zu wässern.
Für sie meisten Menschen sicher unvorstellbar, ebenso auch nicht nachvollziehbar, stellt dies bisher für uns kein Problem. Nachdem wir einiges an Pflanzen aus Paraguarí mitgebracht haben und diese möglichst auch erhalten wollen, sehen wir es als normal an, alle Ressourcen auszuschöpfen.
Auch kauften wir vor einer Woche einen zusätzlichen Wassertank von 1000 l welcher innerhalb weniger Stunden sich mit Regenwasser füllte. Dieser war ausreichend für 6 Tage und diente als Gießwasser.

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Im Chaco ist es meist einige Grad wärmer und die Niederschlagsmenge ist erheblich geringer wie im Rest des Landes.
Hinzukommt, dass das Grundwasser oft salzhaltig ist und auch Tiefbrunnen erst aber sehr großen Tiefen u.U. Süßwasser liefern können.

Die Monate Oktober/ November bis April  gelten hier als „regenreich“, im Normalfall.
Der Zeitraum Mai bis September hingegen ist die Trockenzeit, meist aber hier schon mit hohen Temperaturen, dazu sehr starken Winden im Juli/ August.
Doch wie weltweit erkennbar, verschieben sich seit einigen Jahren auch  hier im Lande die Normalitäten, so kommt es teilweise zu Extremen.  Überschwemmungen, aber auch monatelange Trockenheiten können herrschen, wie die Statistiken der letzten Jahre zeigen.

Alles in allem steht uns zumindest die „raue“ Zeit  noch bevor.
Wochenlange Temperaturen jenseits der 40 Grad, monatelanges Warten auf den ersehnten Regen, wie auch die heftigen Nord (Sand Stürme) an denen man das Haus kaum verlassen kann, wie uns erzählt wird….

Übrigens kann man sich jederzeit Wasser hinzukaufen. Es gibt einige verschiedene Anbieter, auch qualitative unterschiedliche, doch diese Möglichkeit hat man sollte die Zisterne eines Tages trocken laufen.

Umzug nach Loma Plata

Umzug nach Loma Plata

Nach wochenlangem Räumen, Sortieren, Renovieren und natürlich Packen in mehr ca. 100 Umzugskartons fuhr vergangenen Mittwoch dann der Umzugs LKW von Global Thissen vor die Haustüre. Innerhalb von 3 Stunden wurden die ganzen Kartons, ein paar wenige Möbel, ca. 60 Pflanzkübel und mehr als 70 Orchideen von professioneller Hand in den LKW geladen.

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Wir hatten noch einigermaßen Glück mit dem Wetter,  zogen am Morgen dicke Regenwolken auf, doch es blieb bei  leichtem Nieselwetter, war auch recht kühl, was uns entgegen kam.
Gegen Mittag fuhr der LKW nach ASU um die 450 km von Asuncion nach Loma Plata am folgende Tag in Angriff zu nehmen. Wir hatten unser Auto bereits am Morgen gepackt und waren somit startklar, fuhren nach Verabschiedung in der Nachbarschaft zusammen mit Wilma direkt los nach Loma Plata. Das Autofahren war glücklicherweise kein Problem für die Schäferhündin, im Gegenteil, endlich kehrte Ruhe ein nach den letzten turbulenten Tagen.
Nach ca. 7,5 Stunden inclusiv zweier Pausen trafen wir bei Dämmerung in der neuen Heimat ein, wenn auch arg müde & kaputt. Die Schlüsselübergabe für das Mietshaus verzögerte sich, so das wir im nahe gelegenen Osterwick nette Bekannte besuchen konnten, wo wir unsere Kühl und Gefriergut vorerst verstauten und mit einem kleinen Erfrischungsgetränk willkommen geheißen wurden.
Nach einer unbequemen ersten schlaflosen Nacht auf einen aufblasbaren Matratze, die für 2 Personen dann doch etwas zu klein schien, ging es für Wilma & éla auf Rundgang  Haus & vor allem Grundstück bei hellem zu besichtigen.

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Nach einem starken Kaffee wurde das Haus grundgereinigt , die ersten Geräte (Kühlschrank, Waschmaschine, Herd) usw. gekauft.
Am frühen Nachmittag trafen dann  Kris mit dem Umzugswagen, 3 fleißigen Arbeitern, dazu 3 fleißig zupackende Kids bei uns ein, somit war  innerhalb 2 Stunde alles ausgeladen. Durch das professionelle Laden ging nichts zu Bruch und alles kam heil an. Wir können also Kris uneingeschränkt gerne weiter empfehlen. Preis- Leistung waren sehr gut!

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Unser Schreiner aus Ypane wollte eigentlich am gleichen Tag mit den Möbel für Schlafzimmer und Küche kommen, so war es geplant, jedoch spielten Ihm die paraguayischen Automechaniker wieder einmal einen Streich und bastelten sein Auto kaputt.
So hatte er einen Tag später einen Kleinlaster gemietet und wollte am Sonntagabend um 18 Uhr losfahren und so gegen 4 Uhr morgens am Montag bei uns eintreffen. Mit einer kleinen Verspätung von ca. 10 Stunden, dazu 2 Reifenpannen und somit einer Zwangspause an einer geschlossenen Werkstatt, konnten wir Werner um ca. 14 Uhr begrüßen. Die Jungs ziemlich ko, wollten Möbel aufbauen und am gleich Tag unbedingt zurückfahren ;O
Der Fahrer gönnte sich 2 kleine Siestas, während Werner mit seinem Arbeiter fleißig, schraubte, Bohrte, Fräste und klebte. Nach ein paar Stunden war es geschafft. Nach 18 Uhr brachen Sie hier auf und kamen zum Glück heil gegen 1 Uhr nachts in Ypané an.

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Ein „Casita“ , ein kleiner Metallschuppen für Werkzeug, Gerätschaften und Gartenutensilien wurde auch gleich bei einer Fabrikation in der Nähe bestellt und wir staunten nicht schlecht, am selben Tag per LKW geliefert. Der LKW konnte aber nur abladen und den Schuppen nicht an die gewünschte Stelle schieben, da der Busch zu dicht ringsherum. Der Fahrer rief kurzer Hand einen Freund mit einen Bobcar an, welcher am Folgetag half das Casita zu zu verschieben. Nach  1 h stand es an seinem Platz und weiter ging es…

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In den folgenden Tagen meldeten wir noch Müll, unser Postfach und Internet an. Alles ging reibungslos innerhalb ein paar Stunden und funktionierte sofort.
Auch sind die Menschen hier sehr freundlich und hilfsbereit.
Von unseren direkten Nachbarn bekamen wir auch schon einen Willkommensbesuch mit leckeren selbstgebackenen Plätzchen
So langsam gewöhnen wir uns hier ein, wobei der viele Staub bzw. Sand eine „größere Hürde“ sind, als die Hitze.  Durften wir die erste Tage das Thermometer an die 45 Grad klettern sehen, sowie die Nachzügler der für uns ersten Sandstürme erleben. Ganztagspeeling pur ;I
Auch müssen wir natürlich noch lernen mit dem Wasser , das ja hier nur gesammeltes Regenwasser in einer Zisterne ist, richtig zu haushalten.
Es wird momentan, so wie es viele Menschen hier tun alles mögliche gesammelt (Duschwasser, Spülwasser der Küche, bald auch Abwasser der Waschmaschine) um zumindest  robuste Pflanzen, Hecken, oder den Rasen am Abend zu wässern.
Auf den großen ersten Regen im Chaco warten wir noch immer. Außer 3 Tropfen und ein ein paar wenig Donner kam bisher nix an bei uns.

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Mietshaus im Chaco gefunden

Mietshaus im Chaco gefunden

am Vergangenen Wochenende bin ich kurz im Chaco gewesen, um den Mietvertrag zu unserem
neuen Haus am Rande von Loma Plata gelegen zu unterzeichnen.
Es gab doch erstaunlich viele freie Mietshäuser in der kurzen Zeit zu finden, entgegen der Aussagen Einiger.
Das Haus hat genügend Platz für uns 3 und besitzt noch dazu ein Gästezimmer sowie ein  zweites Bad,
ist aber doch kleiner als unser jetziges Casa. Auch die Grundstücksgröße schrumpft nun von 3,1 ha auf nur noch ca. 2500 qm, im Grunde genau das was wir wollten,
somit kommt dies alles bisher unseren Wünschen absolut entgegen.

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Zum Haus gehört eine Zisterne von ca. 38.000 Liter. Dies ist bei Häusern
im Chaco üblich da es keine Stadtwasserversorgung gibt, sondern das
Regenwasser gesammelt wird.
Gibt es nicht genügend Nass von oben, wofür der Chaco ja im Grunde bekannt ist, kann man sich nach Bedarf dazu kaufen und die Wasserspeicher füllen lassen.
Wie wir mit all dem „Neuerungen“ zurechtkommen, wird sich dann letztendlich zeigen im Laufe der Monate.
Es wird auch in diesem neuen Abschnitt positives wie negatives geben, wie eben auf jedem Fleck Erde.
Wichtig jedoch ist für uns das das Positive stets überwiegt.
Ganz sicher gibt es auch dort wieder einiges zu lernen für uns und damit ist nicht nur der „Regentanz“ gemeint 😉
Unser Ziel ist es daher primär erst einmal 1 Jahr oder länger zur Miete zu wohnen.

Mittlerweile gehen die Vorbereitungen für den Umzug zügig voran. Es sind schon
ca. 40 Umzugskartons gepackt, fast alle Zimmer neu gestrichen und der Umzugswagen organisiert.
Ebenso wurden schon diverse Möbel in Auftrag gegeben damit diese zum Einzug fertig werden.
Die Zeit vergeht nun recht schnell und ein neuer Abschnitt in Paraguay steht für uns vor der Tür, auf den wir Zwei uns riesig freuen.
Dennoch „ein“ weinendes Auge wird es am Tag X sicherlich geben.

Hkier noch ein paar aktuelle Impressionen aus dem Chaco:

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Nächster Stop: Chaco

Nächster Stop: Chaco

Nachdem wir zu Jahresbeginn für „unser kleines Paradies“ Nachfolger gefunden haben (über den Immobilienverkauf wird es auch noch einen eigenen Bericht geben) sind wir seit einiger Zeit schon dabei unser nächstes Ziel anzugehen. Das wir Paraguay derzeit nicht verlassen wollen, stand recht schnell fest für uns beide. Ebenso das wir derzeit nicht in Central Paraguay bleiben möchten, eine neue Herausforderung sollte her. Bliebe zumindest für uns nur noch der Süden um Encarnación, oder aber … für was wir uns entscheiden, wenn auch krass, verrückt & für die „meisten“ kaum nachvollziehbar, der Chaco.

Wenn auch teilweise aus verschiedenen Motivationen heraus,  am Ende jedoch wussten wir Beide, der Abschnitt II in Paraguay soll im Chaco dem Dornenbusch beginnen, in oder Nähe einer der 3 Mennoniten Kolonien (Menno, Fernheim, Neuland) , diese liegen ca. 450 km nördlich der Hauptstadt Asunción, 550 km von unserem jetzigen Wohnort Paraguarí entfernt.

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Auch wenn der Reiz für uns noch so groß ist, wissen wir natürlich nicht sicher ob wir dort mit dem Leben, den noch höheren, vor allem trockenen Temperaturen, dem Sand, der anderen Vegetation, sprich dem wenigen Grün, der Mentalität der Menschen, oder aber mit der Enge allgemein klar kommen. Daher, wie auch nach unserer Auswanderung vor knapp 9 Jahren, wollen wir  zunächst ein Haus mieten. Dieses sind wir zur Zeit am Suchen, dank Unterstützung einiger netter Bekannter aus dem Chaco!

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Unsere Prioritäten an einem Mietshaus liegen etwas anders als üblicherweise in Central Paraguay. So sollte das Grundstück keine 1 ,2 oder 3 ha groß sein, es reichen überschaubare 3000-5000 m2, genügend Wasser ( Zisternen, Anschluss zu einem Tachamar) wären äußerst wichtig,  Auch nicht zu nah gelegen an einer stark befahrenen Sandstraße sollte es liegen. Das Haus sollte eher klein als riesig groß sein, der Boden eher sandig als Lehm. Ein Zaun ist Bedingung, denn unsere Wilma wird natürlich mit uns reisen. . Es ist auf einiges zu achten, wobei wir wissen das auch einige kleine Abstriche für das erste Jahr Probewohnen akzeptiert werden müssen.

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Wir haben das Glück das die Käufer unseres Grundstücks erst Ende Oktober das Anwesen übernehmen wollen, somit haben wir genügend Zeit etwas einigermaßen passendes zu suchen. Mietshäuser sind im Chaco  rar, etwas Glück gehört wohl dazu einen Treffer zu landen.

5 Objekte konnten wir vor einigen Tagen besichtigen. Leider war nichts passendes dabei bzw. konnten wir es verständlicherweise nicht bis Oktober reservieren. Inzwischen konnten wir feststellen das es doch einiges zum Mieten gibt, es wird nur nicht offen vermarktet.

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Zumindest sind wir guter Dinge das wir was passendes finden werden und genießen vorerst das Wohnen zur Miete in trauten daheim 😉