Posts Tagged ‘Reisebericht’

Samstag, 26.03.2005

Wir fahren erneut nach Villarica um ein wenig Einzukaufen, doch haben Beide keine Lust bei dieser glühenden Hitze stundenlang durch die Läden zu schlendern. Also beschließen wir uns zur Weiterfahrt nach “Colonel Ovideo”.

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 icht besonders erwähnenswertes hier und so beschließen wir morgen, am Ostersonntag unsere Zelte hier abzubrechen und nach” Ciudad del Este” an die weltgrößten Wasserfälle zu fahren. Ich bin so was von Happy!!

Ganz zufällig werden wir in einer Dorfschenke, von einem netten “Comero” (Kellner) zu einem Grillfest am Abend eingeladen. Natürlich nehmen wir dankend an und sind froh somit der geplanten Grillparty im eigenen Hotel zu entkommen.
Wir lassen den Abend bei köstlichem Schmaus ausklingen.

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Freitag, 25.03.2005

Nachdem das Frühstück, welches man eigentlich nicht als Solches bezeichnen kann eine h zu spät aufgetafelt wurde, konnten wir erst gegen 10.30Uhr nach “Villarica” fahren. Weiter führte es uns immer südlicher nach “Numi”, von dort aus nach “Caazapa”.

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 Wir finden nichts wesentliches Sehenswertes, selbst die Landschaft bietet uns keine neuen faszinierenden Fassaden. Ab und zu führt uns die Straße durch kleine Ortschaften mit 5 oder 6 Häuschen am Straßenrand gelegen.

Auf dem Rückweg beschließen wir bevor wir zurück zu unserem Hotel fahren noch ein kleines Cafe´ auf zusuchen und schmieden dort Pläne für die nächsten Tag…

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Für heute ist nur noch ein kleiner Spaziergang und Faulenzen am Pool angesagt. Am Abend gehen wir dann erneut in das von den Beiden Sachsen geführte Hotel um zu Abend zu essen.
Irgendetwas scheint mir nicht zu bekommen, vielleicht die Hitze…das tagsüber wenige Essen…? Auf jeden Fall sehe ich tatsächlich Sterne, mir wird richtig übel, ich bekomme Magenkrämpfe und fühle mich kurz vor dem ohnmächtig werden. Irgendwie schaffen wir es nach einem Weilchen zurück zum Hotel und dank Oli´s Therapie geht es mir schon recht schnell wieder besser ;)

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Donnerstag, 24.03.2005 (Gruendonnerstag)

Heute heißt es schon in der Früh, Koffer packen, denn wir reisen weiter, da wir die folgenden Tage bei Familie R. in einem kleinen Sporthotel in Independencia (der Deutschen Weinkolonie) gebucht haben.
Nach einem kurzen Besuch bei Christiane, meiner Internetbekanntschaft, folgte die Verabschiedung der Rucks und so fuhren wir bei heißen 37Grad in Richtung Osten auf der Routa 2 zu unserer 2. Bleibe und sind natürlich beide schon arg gespannt darauf, was uns alles erwaten wird.

So langsam gewöhnt man sich recht gut an die hiesigen Straßenverhältnisse hier und so finden wir auch ohne Problem heraus aus Luque und fahren dann die uns schon bekannte Strecke über Aregua nach Caacupe´auf die Routa 2 in Richtung Osten nach Independencia.

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Auffallend ist, das hier die Städte und Straßen im Vergleich zur Haupstadt Asuncion und zu Luque wesentlich sauberer werden. Auch die Vegetation verändert sich deutlich sichtbar. Zahlreiche Palmenwälder wandeln immer mehr in Laubbäume wie Birken, und nicht zu vergessen die riesigen Weinberge in der Region. Wohin man auch schaut gibt es unendlich viel grünes Land zu sehen, ab und zu auch ein paar kleine Erhebungen/ Hügelchen, mit viel Phantasie kann man diese auch als Berge bezeichnen.

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 Vor allem die Studentenstadt Villarica (wird auch als kleine Hauptstadt von Independencia bezeichnet) ist sehr ansehnlich, hier fühle ich mich sehr wohl und könnte mir in diesem Moment sehr gut vorstellen, hier zu leben.

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Unser kleines Sporthotel, welches wir über das Internet gebucht haben, konnten wir sehr schnell finden, doch unsere Freude sollte sich recht schnell legen.
Der Empfang des Hotelchefs alles andere als freundlich und auch die Zimmer und der Service sind katastrophal hier.
Es erweckt sich der Eindruck wir sind in einem *Sterne Hotel gelandet. Mehr möchte ich dazu jetzt nicht schreiben! (Dies ist unser subjektiver Eindruck, andere finden dies vielleicht anders)
Uns ist Beiden bewusst das wir hier nicht die vereinbarten und gebuchten 8 Tage verbringen wollen. Dennoch versuchen wir das Allerbeste daraus zu machen.
Am Abend gehen wir zum ersten Mal gemütlich Essen und das für lächerliche (umgerechnet) 10€…
(Das ist einfach unglaublich, für ein leckeres Fischgericht mit Reis, ein Rindssteack mit Bratkartoffeln, ein Bier, zwei Caipis und 2 Espresso zahlen wir nur 10€!)
Die Besitzer des Hotels stammen witzigerweise aus Leipzig, (witzig deshalb, da ich selbst Thüringerin bin!)
wie Sie uns erzählen und leben schon seit 3 Jahren hier. Wir kamen recht schnell ins Gespräch, welches ganz Interessant war.
Ich muss das jetzt einfach loswerden…so zum Beispiel berichteten Sie uns von dubiosen Unfällen, wo Einheimische nach Einbruch der Dunkelheit, Ihre 89 jährigen Großmütter “eiskalt” auf die Straßen legen würden, mit dem Ziel sie überfahren zu lassen und somit dem Täter natürlich illegal eine Größere Summe Guaranis zu entziehen, um auf Polizei zu verzichten und die Gefängnisstrafen zu ersparen….
Ich glaubte dies alles natürlich und war geschockt. Wie sich später herausstellte, waren das alles doch mehr oder weniger erfundene Horrorgeschichten, welche da in die Welt gesetzt werden.
Ich hoffe es….

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Mittwoch, 23.03.2005

Nach dem Frühstück begannen wir unsere zweite größere Tour in Richtung Norden des Landes dem Chaco.
Heute fiel es nicht sonderlich schwer ohne größere Probleme den richtigen Weg zu finden, denn schon nach wenigen km kann man die Trans-Chaco-Brücke sehen, welche nach einer in Paraguay üblichen Mautstelle, über den Rio Paraguay führt.
Mit etwas Glück, kann man von hier aus linkerhand einen Blick nach Argentinien werfen, doch dies ist wetterabhängig und wir hatten heute nicht das Glück, denn es war noch immer recht düsig, doch mit 22Grad angenehm warm für unsere Verhältnisse.
Auf er Routa 9 fahren wir nun knapp 200 km in die südliche Steppenregion des Landes, vorbei an dem kleinen Städtchen “Villa Hayes” führt es uns immer geradeaus in die sich recht schnell und deutlich sichtbar veränderte landschaftliche Idylle.

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Wunderschöne sumpfige Palmenwiesen, zahlreiche Sümpfe auf denen sich Reiher und Störche zeigen, aber auch teilweise große verbrannte Wiesenflächen und Baumstümpfe bieten ein einzigartiges Bild. Erstaunt bin ich ebenso von der flachen Landschaft hier, keine Berge, Täler einfach alles ebenerdig.

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Von dem faszinierenden Vogelparadies sehen wir leider nur sehr wenig, zumindest keine Papageien, Flamingos oder Geier, welche hier zu Hause sind. Dafür hätten wir noch viele km tiefer in den Chaco fahren müssen, was wir aber nicht taten.
Also fahren wir zurück in Richtung Asuncion.

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 Erwähnenswert wären hier allerdings noch die vereinzelten Einheimischen, zum Teil auch Indianer, welche in Ihren winzigen Holzhüttchen oder auch mit Planen gespannten Häuschen in der Nähe der Routa leben und am Straßenrand Ihre eigens hergestellten Korbwaren, Strohhüte u.ä. versuchen zu verkaufen. Nachdem wir nur vereinzelt wenigen Autos und Bussen begegnet sind, wird dies sicherlich nicht all zu leicht sein.

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 Mittlerweile steigen die Temperaturen rasch und die Sonne lässt sich wieder blicken, so das wir es uns nicht nehmen lassen nach einem kleinen Einkauf gleich mal in den Pool zu springen.
Carmens Mann Rainer (ich glaube ich habe Ihn noch garnet erwähnt bisher, sorry!), kehrt heute von einer seiner Reisetouren zurück. Er bietet verschiedene kleinere und größere, mehrtägige Touren zu all den Sehenswürdigkeiten des Landes an, incl. Übernachtungen in Hotels.
Leider haben wir dies zu spät erfahren und mittlerweile ist er für viele Wochen schon ausgebucht, ansonsten hätten wir sicher auch gerne mit Ihm eine kleine Reiseführung unternommen.

Zu meiner Freude bringt er einen großen Surubi´( einen riesigen, grätenlosen Flussfisch) für das Abendmahl mit, den Carmen gleich zubereiten muss.
Ich bin happy, denn Fisch ist meine Lieblingsspezialität ;)
Und er schmeckt fantastisch, wie sich dann später herausstellte!

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Dienstag, 22.03.2005

Schon um 7Uhr sitze ich wach im Bett und höre es regnen. Die Schwüle von gestern sollten die ersten Anzeichen für den Wetterwechsel gewesen sein. Die Natur ist dankbar für jedes Tröpfchen Wasser, von daher tut uns allen sicher die kleine feuchte Abkühlung (nur noch 20Grad) ganz gut.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg mit unserem Leihwagen nach Aregua, der Töpferstadt, die wir ausnahmsweise ohne Probleme finden, da wir mit Carmen ja schon hier waren. Weiter verläuft unsere Route über Ypacarai nach Caacupe und Piribebuy. Natürlich gibt es in jeder der Ortschaften allerhand zu sehen, so beispielsweise die “Basilika San Francisco” in Caacupe, das größte Gotteshaus Paraguays, welche vor wenigen Jahren von Papst Johannes Paul II eingeweiht wurden ist. Caacupe gilt daher auch als das religiöse Zentrum Paraguays.
Auf dem Weg nach Piribebuy sind die riesigen Zuckerrohrplantagen zu bestaunen, auch wird die Landschaft ein wenig hügeliger hier.

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Durch diesen teilweise verregneten Tag, kann man das subtropische Klima richtig spüren, ich finde es wunderschön,
und so herrlich angenehm durch die im Dunst gelegenen Palmenwälder zu fahren, ab und zu ein paar wenige kleine Siedlungen zu sehen. Hier lässt es sich sicher sehr gut leben.

Nur wenige km hinter der Stadt kann man die kleinen Wasserfälle von Pirareta´ besuchen. Dazu fährt man durch eine ewig lange Allee von Eukalyptusbäumen (leider jedoch ohne ein Koalabärchen zu sehen),doch leider mussten wir Wetterbedingt umkehren, da die Allee nur bei Trockenheit befahrbar ist, schade;(

Wir fahren immer südlicher nach “Paraguari”, und ich habe ihn entdeckt, einen der größten Berg Paraguays, den Tafelberg mit seiner stolzen Höhe von (ich glaube knapp über 600m) ;)

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Der Rückweg führt uns über “Yaguaron” nach “Ita” und weiter in Richtung “San Lorenzo”.
Ab und zu schüttet es wie aus Eimern, jedoch nur für kurze Zeit zum Glück, denn teilweise bildeten sich auf den für unsere Verhältnisse sehr breiten Straßen richtige kleine Seen.
Wir waren ein wenig verwundert darüber, das bei Einsetzen des Regens das ein oder andere Auto am Straßenrand stehen blieb, bis wir bemerkten das es an den fehlenden bzw. nicht funktionierenden Scheibenwischern lag, für uns unvorstellbar.
Ein PKW kam uns entgegen gefahren mit einem Tuch seine Außenscheibe wischend…Man kann es sicher kaum glauben, wenn man es nicht selbst gesehen hat.

Zum Glück finden wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit nach Luque zurück. Wir sind arg am verhungern, da wir unterwegs nichts Essbares finden konnten, zumindest fiel uns kein Restaurante auf, in welche wir hätten gehen können. Und um uns durchzufragen fehlten halt die dazu wichtigen Spanischkenntnisse!
Doch mit Beafsteak, Pasta und verschiedenen Salaten lassen wir uns so richtig verwöhnen und den Abend gemütlich ausklingen.

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Montag, 21.03.2005

Der bisher heißeste Tag hier in Paraguay, schon morgens 09.20Uhr messen wir 34Grad im Schatten, ich finde es supi!!
Wir fahren mit Carmen zum Airport um uns für die verbleibende Zeit ein Auto zu mieten (ich hoffe inkl. Klimaanlage!) Durch Ihren Einsatz bekommen wir nach einigem Verhandeln einen ziemlich neuen Opel für 10 Tage , unbefristete km!! Für nur 550 Dollar, das ist sehr günstig und ein richtiges Schnäppchen ;)
Der Wagen ist ausgestattet mit Klimaanlage, Radio und endlich wieder richtigen Sicherheitsgurten, wie man das halt aus Deutschland kennt. Wir sind froh und happy, somit auf „eigenen Füßen“ zu stehen. Carmen hat außerdem selbst genügend Arbeit auf dem Grundstück und kann uns net immerzu herum kutschieren.

Unser heutiges Ziel, die Hauptstadt Asuncion;
Wir beginnen am Stadtrand mit dem Einkaufszentrum „Del Sol”.
Noch ist Carmen unsere Bekleidung, d.h. Sie fährt uns voraus, denn es ist bei der hiesigen Beschilderung der Straßen beinahe unmöglich das richtige Ziel zu finden.
Das Shoppingcenter „Del Sol“ ist für mich der absolute Wahnsinn, ich hätte es niemals für möglich gehalten, solch eine Einkaufspassage in PY zu finden.
Ich frage mich, wer bzw. wie viele Menschen können es sich wohl leisten hier einkaufen zu gehen??
Wir lassen uns kurz die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und deren Weg beschreiben, dann starten wir Beide in die Stadtmitte, wo das Parlamentsgebäude unser erstes Ziel ist, welches direkt am Fluss namens “Rio Paraguay” gelegen ist.Ich finde es sehr erschreckend, das direkt unterhalb des Staatsgebäudes die Slums liegen. In kleinen eng an eng liegenden Holzhütten, oder aber nur mit Planen abgedeckt leben die Ärmsten der Armen. Wenn man noch niemals derartiges gesehen hat, ist das schon sehr schockierend.
Wir laufen ein wenig weiter, doch es bieten sich nichts als überwiegend heruntergekommene Bauten, meist Ruinen, jedoch durch ausreichende Werbetafel und Reklameposter ein klein wenig ansehnlicher. Ich selbst hätte mir, vor allem hier in der Hauptstadt., mehr erwartet.
Weiter fahren wir auf den hier größten Einkaufsmarkt im Zentrum gelegen, dem Petirossi-Markt.

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 In Büchern oder auch im Internet habe ich schon das ein und andere darüber gelesen (wurde praktisch vorgewahrnt), doch was ich da sah war um Einiges Schlimmer als ich es je erwartet habe. Oliver sah das alles „natürlich“ etwas anders…
Wir fanden einen riesigen Straßenmarkt, welcher wohl die Größe mehrere Fußballfelder hat, teils überdeckt mit Planen, oder aber verbunden mit alten Gebäuden, in den sich Schuhhallen, zahlreiche Boutiquen, Haushaltswarenläden und alles, was man sich nur vorstellen kann befanden. Von Strümpfen, Lederwaren, Stoffen, Kosmetikartikel bis hin zu zahlreichen Obst, Gemüseständen, es gibt einfach alles, auch wenn größtenteils recht primitiv und “schnuddelig” wie ich meine.

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 Das Unvergessene für mich war die Käse und vor allem aber die Fleischhalle…rohe Fleischmassen lagen bzw hingen massenhaft überall herum, das sollte nicht genug sein, Innereien, Gedärme…alles Schmutzig…und es stank bestialisch…ich schloss die Augen, versuchte den Atem anzuhalten und wollte nur noch da raus! Ich möchte jetzt nicht ausführlicher werden. Vielleicht sollte es ganz einfach jeder Mensch der dieses Land bereist, einmal persönlich erlebt haben. Mein Fazit jedenfalls, ich kann mir nicht vorstellen jamals wieder den Petirossi-Markt zu betreten, nein, ganz bestimmt nicht! ( was sich allerdings schön in wenigen Tagen änderte ;) )

Der Tag ging langsam dem Ende entgegen und wie ich so an unserem Tagebuch schreibe, bekam ich nach den wenigen Tagen, welche wir hier sind ernsthaft Zweifel, ob es wirklich kein Fehler sein wird, mit Oliver in dieses Land auszuwandern und hier ein Neues Leben aufzubauen??

Die Abende verbrachten wir, natürlich bei leckerem Abendschmaus, meist im Garten mit Carmen, die uns nach wie vor den ein oder anderen Tip gab und uns einige Stories über Land und Leute und vor allem ihre ersten Erfahrungen erzählte…

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Sonntag, 20.03.2005

Endlich wieder einmal so richtig ausgeschlafen…Ein Blick aus dem Fenster verrät uns, das es schon spät am Vormittag sein muss, doch der Blick auf unseren Wecker lässt uns staunen, es ist erst kurz vor 07.30Uhr.
Nach einer ersten Abkühlung im Pool spazierte ich nochmals über das gesamte Grundstück der Rucks begrüßte die beiden Papageien, die mich mit einem „Hola“ (Hallo) empfangen, den Toki (den Tukan) sowie die gesamte Hundeschar.

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Noch immer bin ich von der faszinierenden Flora hier überwältigt. Fast all meine Zimmerpflanzen zu Hause, welche ich mit großer Mühe hege und pflege, wachsen hier in der freien Natur, und das natürlich um einiges kräftiger, wesentlich größer und auch blütenreicher.
Ich kann es mir nicht nehmen lassen…hier ein kleines Beispiel anzubringen.
Der „Christusdorn“, eine relativ robuste und schnell wachsende Kakteenart mit kleinen rot oder weißfarbenen Blüten ziert hier als Hecke, (nicht wie bei uns zu Hause in einem kleinen Blumentopf auf der Fensterbank ;) )
wird diese zu wuchtig schlägt man ganz einfach mit einer Machete die Spitzen ab…Einfach unglaublich!

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Kurz nach 8Uhr frühstücken wir dann ausgiebig gemeinsam mit Carmen und deren Sohn Sebastian (15) im Garten bei schon recht angenehmen Temperaturen.
Ich als „schlechter Frühstücker“ konnte mich vor allem an den frisch geernteten Nektarinen, Papayas und Anananas riesig erfreuen, auch die leckeren eigens hergestellten Marmeladen waren ein Schmaus!

Gegen Mittag besuchten wir Christiane, welche mit Ihrem Mann gleich auf dem Grundstück nebenan lebt.
Es wäre noch kurz zu erwähnen, das ich Christiane schon vor einigen Monaten in einem der Foren kennen lernte, sie mir den ein oder anderen Tipp zum Thema „Auswanderung“ bzw. dem Leben in Paraguay gab und ich über sie die Unterkunft bei den Rucks gefunden habe. Beide, Sie und Ihr Mann leben wohl als Frührentner mittlerweile schon 4 oder 5 Jahr da.
Sie waren sehr nett und gastfreundlich.

Gegen 14Uhr nehmen wir Carmens Angebot dankend an, uns am Nachmittag ein wenig von der näheren Umgebung zu zeigen, so fahren wir gemeinsam zu einem Kurztrip in das Städtchen San Bernardino gelegen an dem größten Badesee der Region, dem Lago Ypacarai.
Wir starten in Luque, das durch seine per Handarbeit gefertigten Gitarren und Harfen bekannt ist. Außerdem spricht man hier vom „Silber und Goldstädtchen“, da es nirgendwo im Lande so preisgünstigen Gold und Silberschmuck zu kaufen gibt, welcher von zahlreichen Goldschmieden eigens kreiert wird.
Nach einigen Minuten landschaftlicher Idylle durchqueren wir das Töpfer und Künstlerörtchen Aregua´ .
Mit sehr viel Glück, treffen wir geradezu pünktlich am Bahnhof des Städtchens ein, um die älteste Dampflock Südamerikas, die “Ferrocarril Presidente Carlos Antonio Lopez” einfahren zu sehen. Nur an Sonntagen kann man für wenige Guarani einen kleinen Ausflug mit dieser Eisenbahn unternehmen, während der restlichen 6 Wochentage steht sie als Museumsstück im Hauptbahnhof der Hauptstadt, welcher übrigens ebenso der älteste Südamerikas ist.
Ein noch intaktes Eisenbahnnetz gibt es derzeit nicht in Paraguay, doch es wird gemunkelt, das Indische Geschäftsleute in naher Zukunkft investieren wollen um dies zu erneuern, bzw. wieder aufzubauen.
Nach einer kurzen Weiterfahrt befinden wir uns im Zentrum von Aregua´ und lassen es uns nicht entgehen die verschiedensten Töpferarbeiten und Holzschnitzereien der Einheimischen zu bestaunen. Eine überaus bunte Vielfalt von grell bemalten Figuren, wie Schwänen, Gartenzwergen u.a., welche zum Teil als Glückbringer dienen sollen, aber auch wunderschöne Blumentöpfe, Vasen, Bilder und Grippefiguren kann man hier nicht nur bestaunen, sondern auch super günstig kaufen.
Zum Beispiel…
Ein der riesigen bunt bemalten Figuren = umgerechnet 1€
Ein Blumentopf mit einem Durchmesser von 80/ 90cm = umgerechnet 10€
Schade, das wir diese nicht mit nach Deutschland nehmen können, sind doch ein klein wenig zu groß…

Weiter geht es in Richtung Ypacarei-See.
Es ist glühend heiß bei über 40Grad im Schatten, meine Augen brennen, die Lippen schmecken salzig, ob vom vielen Staub auf den Straßen oder vom Schwitzen? Ich kann es net sagen.
An die Buckeligen Straßen begann man sich so langsam zu gewöhnen. „Einfach den Kopf einziehen, ist ein Schlagloch in Sicht…
Es ist auffallend, das die Grundstücke samt Häusern wesentlich nobler werden, je näher wir unserem Ziel kommen. (..klein Grünwald von München in PY??..)
Am See angekommen landschaftlich ein Traum, wirkt alles so gut wie menschenleer und öde. Ich kann es net verstehen, bei diesen Temperaturen nur vereinzelte Badelustige, die man mit einer Hand abzählen kann.
Carmen erzählt uns, das Wasser sei für die meisten Menschen viel zu schmutzig, mit Ausnahme weniger Einheimischer, wie man ja sehen kann. Außerdem sei nur während der Ferien von Dezember bis Januar hier Party angesagt.

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Das allerdings eher an den kleinen, eigenen Privatstränden von denn es ein paar wenige gibt, natürlich für die wohlhabendere Gesellschaft.
Ich kann es dennoch nicht verstehen und finde es sehr schade, das sich aus so einem wunderschön gelegenen See nicht mehr machen lässt, doch wer sollte dafür schon investieren??
Beim Spazieren werden wir ab und zu von Einheimischen angesprochen, welche Ihre Waren wie Schmuck, Leinenbekleidung, Leinendecken, Strohhüte ec. an man bringen.
Wollen, doch wir kaufen nichts, ist doch net so meine Geschmacksrichtung…
Auf dem Rückweg kehren wir noch in ein leckeres, nettes Cafe ein, welches wie der Zufall so will auch einem „Deutschstämmigen „ gehört, der aber schon vor vielen Jahren nach PY kam.
Weiter unterwegs in Richtung Luque beginnt unser Auto zu streiken.
Ich weiß nicht ob man es noch als ein Auto benennen darf, wer so etwas noch net gesehen und erlebt hat kann sich wahrscheinlich nicht wirklich etwas darunter vorstellen.

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Der Motor geht aus…wir rollen…können kaum lenken und bremsen…ups, er springt wieder an und wir fahren weiter, bis zum nächsten Ausfall…so geht das ein ganzes Stück weiter…doch zum Glück schaffen wir es mit der kommenden Dunkelheit bis nach Hause.

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Samstag, 19.03.2005

Im Vergleich zu Frankfurt bin ich von dem brasilianischen Airport, vor allem wegen seiner Sauberkeit, sehr positiv beeindruckt.
Wir stellen unsere Uhren um 4h zurück und müssen nochmals über 3 h auf unseren Weiterflug nach Asuncion warten, was uns nicht unbedingt leicht fällt, da hier im gesamten Flughafengebäude „Rauchverbot“ herrscht, etwas was man in Deutschland nicht gewohnt ist, doch ich finde es schon ok, auch wenn es uns momentan weniger gefällt!
Nach einer kleineren Verspätung nehmen wir Anflug auf die Hauptstadt Paraguays und landen gegen Mittag in Asuncion.

Zum großen Erstaunen erwartet uns auch hier ein supertoller Airport, sauber, freundlich und (mein erster Eindruck) hier herrscht das volle Leben, denn schon jetzt ist die unterschiedliche Mentalität der Menschen zu spüren.
Wir sind sehr froh darüber unser gesamtes Gepäck relativ schnell wieder in unseren Händen zu wissen.
Nach einem kurzen Durchchecken beim Zoll (mit einem kurzen Blick in den Koffer) machen wir uns auf die Suche nach Familie Ruck, bei denen wir die ersten Tage ein nettes Appartementhäuschen gemietet haben. Zum Glück haben wir einen Tag vor Abflug in Deutschland Bilder von uns per Mail an die Rucks versandt ;)
Man sollte es nicht glauben, doch bei den Menschenmassen welche hier auf uns einströmten, viele davon die uns auch Ihre Hilfe beim Tragen des Gepäckes bzw. uns ein Taxi anboten, war es schwierig ein uns doch relativ unbekanntes Gesicht zu erkennen und zu finden.
Carmen R. hatte da wohl wenigere Probleme, zum Glück!

Nach einer kurzen Begrüßung begaben wir uns auf den Weg zum Parkplatz, wurden da zum einen von der Hitze (knapp 40Grad und wir noch pudelwarm eingekleidet!) geschockt, zum anderen stand da ein autoähnliches schrottreifes Wesen…ein „Gol“, (vergleichbar mit einem Golf in Deutschland) Ich kann und möchte gar nicht weiter ausführlicher darüber berichten, doch für mich war nur schwer vorstellbar, ob man mit so einem Pkw in dessen Zustand noch fahren kann.
Wir fuhren in etwa 10 min nach Luque, einer kleinen Vorstadt von Asuncion, wo die Rucks auf Ihrer Estancia leben.
Es waren zunächst so viele Eindrücke, welche auf einen einwirkten. Oliver filmte schon fleißig zum „Gol“ heraus, während Carmen von Land & Leuten erzählte. Ich verstand auf der hinteren Sitzbank allerdings kaum ein Wort, spürte nur bei jedem Schlagloch, bzw. bei jeder Bodenwelle, von denen es wie sich später herausstellte nicht wenige gab, wie mein Kopf gegen den Himmel donnerte ;)
Meine ersten Eindrucke von Luque und der kurzen Fahrt zur Unterkunft, sind nicht sehr positiv zu beschreiben, die Luft war stickig blau, durch die Abgase der zahlreichen PKW´s und vielen Busse., ( bei diesen tropischen Temperaturen und der fehlenden Klimaanlage, kann man sich das sicher sehr gut vorstellen…) die Straßen wie schon erwähnt waren zum Schreien, die Straßenränder waren schmutzig und irgendwo alles sehr chaotisch…
Ganz anders hingegen das Grundstück der Rucks, es ist auf den ersten und auch auf den zweiten Blick, ein Traum!!

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Überwältigt von der Vegetation und dem gesamten Anwesen legt sich bei mir der Schock über die 6 Hunde welche zur Familien gehören, relativ schnell wieder. ( Bis zu diesem Tage hatte ich schon seit frühester Kindheit, große Angst vor den Vierbeinern, doch das sollte sich von nun an ändern…)

Nach dem Auspacken, Duschen und Umziehen lehnten wir die Einladung der Hausherrin auf eine kühle Erfrischung im Garten, nicht ab.

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 Carmen gab uns unendlich viele Tips und gute Ratschläge, sie beschloss mit uns gegen Abend zum Supermarkt in die Stadt zu fahren, so das wir noch nötigen Kleinkram für uns einkaufen konnten.
Dort angekommen, liefen wir ein wenig durch die für den relativ kleinen Ort, zahlreichen Verkaufsstraßen, wo es von Lebensmitteln, Klamotten bis hin zu Elektronikartikel, und vieles mehr zu kaufen gab. Das Leben hier spielte sich unverkennbar, beinahe nur auf den Straßen und Gehwegen ab, die Läden waren meist ausgestorben.
Die Menschen schienen mir vom ersten Moment an hier sehr freundlich und hilfsbereit zu sein.
Auffallend für mich waren die Blicke der Einheimischen auf uns, man konnte sie überall und immer sehen und spüren, es kam mir sehr seltsam vor, wobei auch wir sicher nicht anders schauten…
Der Supermarkt lässt sich soweit mit dem Aldi in Deutschland vergleichen, es gibt beinahe alles zu kaufen, ist etwas primitiver, allerdings der Obst/ Gemüsestand erinnert mich stark an die vergangenen DDR Zeiten. Braunbefleckte Bananen, matschige Tomaten u.ä., alles Angebotene sehr stark verschmutzt und großteils überreif.
An der Kasse angekommen, staune ich nicht zu unrecht. 2 Kids füllen unsere Einkaufstüten und tragen sie ins nahe gelegene Parkhaus, bekommen dafür 1000 Guarani umgerechnet also wenige Cents) und sind so“ Happy“ darüber!! Ich habe das noch nirgendwo erlebt, Oliver kannte erzählte mir aber das es in südeuropäischen Ländern wohl ähnlich sei.
Der erste Tag geht mit einem leckeren Abendessen und einem Anruf in der Heimat zu Ende. Und wir sind gespannt was uns die kommenden Tage alles erwarten wird.

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Freitag, 18.03.2005

Nach wochenlangem Warten ist es heute endlich soweit. Oliver und ich fliegen zum ersten Male nach PY. Gegen 14.00Uhr starten wir von München aus in Richtung Frankfurt. Leider haben wir dort einen Aufenthalt von knapp 7h ehe es weiter über Sao Paulo nach Asuncion geht.
Es wird kein ganz normaler typischer Urlaub werden, das ist uns bewusst, denn wir haben das Ziel aus Deutschland auszuwandern.
PY ist eines der wenigen Länder, welches für uns zur engeren Auswahl steht.
So haben wir uns ca. 1Jahr lang intensiv per Internet, bzw. über verschiedene Lektüren informiert, haben über einige diversen Foren Kontakte zu Deutschen Auswanderern aufnehmen können, welche sehr hilfreich waren bzw. auch noch sind.
Wir sind Beide schon so arg gespannt darauf, was uns in diesem
Fernen Lande alles erwarten wird…
Nach 21.00Uhr sitzen wir dann „endlich„ in unserem Flieger welcher uns über den Atlantic nach Südamerika bringen wird. Nach knapp 13 (für mich beinahe schlaflosen) Stunden landen wir dann bei Morgendämmerung in Sáo Paulo.

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