Sonntag, 20.03.2005

Endlich wieder einmal so richtig ausgeschlafen…Ein Blick aus dem Fenster verrät uns, das es schon spät am Vormittag sein muss, doch der Blick auf unseren Wecker lässt uns staunen, es ist erst kurz vor 07.30Uhr.
Nach einer ersten Abkühlung im Pool spazierte ich nochmals über das gesamte Grundstück der Rucks begrüßte die beiden Papageien, die mich mit einem „Hola“ (Hallo) empfangen, den Toki (den Tukan) sowie die gesamte Hundeschar.

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Noch immer bin ich von der faszinierenden Flora hier überwältigt. Fast all meine Zimmerpflanzen zu Hause, welche ich mit großer Mühe hege und pflege, wachsen hier in der freien Natur, und das natürlich um einiges kräftiger, wesentlich größer und auch blütenreicher.
Ich kann es mir nicht nehmen lassen…hier ein kleines Beispiel anzubringen.
Der „Christusdorn“, eine relativ robuste und schnell wachsende Kakteenart mit kleinen rot oder weißfarbenen Blüten ziert hier als Hecke, (nicht wie bei uns zu Hause in einem kleinen Blumentopf auf der Fensterbank ;))
wird diese zu wuchtig schlägt man ganz einfach mit einer Machete die Spitzen ab…Einfach unglaublich!

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Kurz nach 8Uhr frühstücken wir dann ausgiebig gemeinsam mit Carmen und deren Sohn Sebastian (15) im Garten bei schon recht angenehmen Temperaturen.
Ich als „schlechter Frühstücker“ konnte mich vor allem an den frisch geernteten Nektarinen, Papayas und Anananas riesig erfreuen, auch die leckeren eigens hergestellten Marmeladen waren ein Schmaus!

Gegen Mittag besuchten wir Christiane, welche mit Ihrem Mann gleich auf dem Grundstück nebenan lebt.
Es wäre noch kurz zu erwähnen, das ich Christiane schon vor einigen Monaten in einem der Foren kennen lernte, sie mir den ein oder anderen Tipp zum Thema „Auswanderung“ bzw. dem Leben in Paraguay gab und ich über sie die Unterkunft bei den Rucks gefunden habe. Beide, Sie und Ihr Mann leben wohl als Frührentner mittlerweile schon 4 oder 5 Jahr da.
Sie waren sehr nett und gastfreundlich.

Gegen 14Uhr nehmen wir Carmens Angebot dankend an, uns am Nachmittag ein wenig von der näheren Umgebung zu zeigen, so fahren wir gemeinsam zu einem Kurztrip in das Städtchen San Bernardino gelegen an dem größten Badesee der Region, dem Lago Ypacarai.
Wir starten in Luque, das durch seine per Handarbeit gefertigten Gitarren und Harfen bekannt ist. Außerdem spricht man hier vom „Silber und Goldstädtchen“, da es nirgendwo im Lande so preisgünstigen Gold und Silberschmuck zu kaufen gibt, welcher von zahlreichen Goldschmieden eigens kreiert wird.
Nach einigen Minuten landschaftlicher Idylle durchqueren wir das Töpfer und Künstlerörtchen Aregua´ .
Mit sehr viel Glück, treffen wir geradezu pünktlich am Bahnhof des Städtchens ein, um die älteste Dampflock Südamerikas, die „Ferrocarril Presidente Carlos Antonio Lopez“ einfahren zu sehen. Nur an Sonntagen kann man für wenige Guarani einen kleinen Ausflug mit dieser Eisenbahn unternehmen, während der restlichen 6 Wochentage steht sie als Museumsstück im Hauptbahnhof der Hauptstadt, welcher übrigens ebenso der älteste Südamerikas ist.
Ein noch intaktes Eisenbahnnetz gibt es derzeit nicht in Paraguay, doch es wird gemunkelt, das Indische Geschäftsleute in naher Zukunkft investieren wollen um dies zu erneuern, bzw. wieder aufzubauen.
Nach einer kurzen Weiterfahrt befinden wir uns im Zentrum von Aregua´ und lassen es uns nicht entgehen die verschiedensten Töpferarbeiten und Holzschnitzereien der Einheimischen zu bestaunen. Eine überaus bunte Vielfalt von grell bemalten Figuren, wie Schwänen, Gartenzwergen u.a., welche zum Teil als Glückbringer dienen sollen, aber auch wunderschöne Blumentöpfe, Vasen, Bilder und Grippefiguren kann man hier nicht nur bestaunen, sondern auch super günstig kaufen.
Zum Beispiel…
Ein der riesigen bunt bemalten Figuren = umgerechnet 1€
Ein Blumentopf mit einem Durchmesser von 80/ 90cm = umgerechnet 10€
Schade, das wir diese nicht mit nach Deutschland nehmen können, sind doch ein klein wenig zu groß…

Weiter geht es in Richtung Ypacarei-See.
Es ist glühend heiß bei über 40Grad im Schatten, meine Augen brennen, die Lippen schmecken salzig, ob vom vielen Staub auf den Straßen oder vom Schwitzen? Ich kann es net sagen.
An die Buckeligen Straßen begann man sich so langsam zu gewöhnen. „Einfach den Kopf einziehen, ist ein Schlagloch in Sicht…
Es ist auffallend, das die Grundstücke samt Häusern wesentlich nobler werden, je näher wir unserem Ziel kommen. (..klein Grünwald von München in PY??..)
Am See angekommen landschaftlich ein Traum, wirkt alles so gut wie menschenleer und öde. Ich kann es net verstehen, bei diesen Temperaturen nur vereinzelte Badelustige, die man mit einer Hand abzählen kann.
Carmen erzählt uns, das Wasser sei für die meisten Menschen viel zu schmutzig, mit Ausnahme weniger Einheimischer, wie man ja sehen kann. Außerdem sei nur während der Ferien von Dezember bis Januar hier Party angesagt.

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Das allerdings eher an den kleinen, eigenen Privatstränden von denn es ein paar wenige gibt, natürlich für die wohlhabendere Gesellschaft.
Ich kann es dennoch nicht verstehen und finde es sehr schade, das sich aus so einem wunderschön gelegenen See nicht mehr machen lässt, doch wer sollte dafür schon investieren??
Beim Spazieren werden wir ab und zu von Einheimischen angesprochen, welche Ihre Waren wie Schmuck, Leinenbekleidung, Leinendecken, Strohhüte ec. an man bringen.
Wollen, doch wir kaufen nichts, ist doch net so meine Geschmacksrichtung…
Auf dem Rückweg kehren wir noch in ein leckeres, nettes Cafe ein, welches wie der Zufall so will auch einem „Deutschstämmigen „ gehört, der aber schon vor vielen Jahren nach PY kam.
Weiter unterwegs in Richtung Luque beginnt unser Auto zu streiken.
Ich weiß nicht ob man es noch als ein Auto benennen darf, wer so etwas noch net gesehen und erlebt hat kann sich wahrscheinlich nicht wirklich etwas darunter vorstellen.

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Der Motor geht aus…wir rollen…können kaum lenken und bremsen…ups, er springt wieder an und wir fahren weiter, bis zum nächsten Ausfall…so geht das ein ganzes Stück weiter…doch zum Glück schaffen wir es mit der kommenden Dunkelheit bis nach Hause.

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Samstag, 19.03.2005

Im Vergleich zu Frankfurt bin ich von dem brasilianischen Airport, vor allem wegen seiner Sauberkeit, sehr positiv beeindruckt.
Wir stellen unsere Uhren um 4h zurück und müssen nochmals über 3 h auf unseren Weiterflug nach Asuncion warten, was uns nicht unbedingt leicht fällt, da hier im gesamten Flughafengebäude „Rauchverbot“ herrscht, etwas was man in Deutschland nicht gewohnt ist, doch ich finde es schon ok, auch wenn es uns momentan weniger gefällt!
Nach einer kleineren Verspätung nehmen wir Anflug auf die Hauptstadt Paraguays und landen gegen Mittag in Asuncion.

Zum großen Erstaunen erwartet uns auch hier ein supertoller Airport, sauber, freundlich und (mein erster Eindruck) hier herrscht das volle Leben, denn schon jetzt ist die unterschiedliche Mentalität der Menschen zu spüren.
Wir sind sehr froh darüber unser gesamtes Gepäck relativ schnell wieder in unseren Händen zu wissen.
Nach einem kurzen Durchchecken beim Zoll (mit einem kurzen Blick in den Koffer) machen wir uns auf die Suche nach Familie Ruck, bei denen wir die ersten Tage ein nettes Appartementhäuschen gemietet haben. Zum Glück haben wir einen Tag vor Abflug in Deutschland Bilder von uns per Mail an die Rucks versandt 😉
Man sollte es nicht glauben, doch bei den Menschenmassen welche hier auf uns einströmten, viele davon die uns auch Ihre Hilfe beim Tragen des Gepäckes bzw. uns ein Taxi anboten, war es schwierig ein uns doch relativ unbekanntes Gesicht zu erkennen und zu finden.
Carmen R. hatte da wohl wenigere Probleme, zum Glück!

Nach einer kurzen Begrüßung begaben wir uns auf den Weg zum Parkplatz, wurden da zum einen von der Hitze (knapp 40Grad und wir noch pudelwarm eingekleidet!) geschockt, zum anderen stand da ein autoähnliches schrottreifes Wesen…ein „Gol“, (vergleichbar mit einem Golf in Deutschland) Ich kann und möchte gar nicht weiter ausführlicher darüber berichten, doch für mich war nur schwer vorstellbar, ob man mit so einem Pkw in dessen Zustand noch fahren kann.
Wir fuhren in etwa 10 min nach Luque, einer kleinen Vorstadt von Asuncion, wo die Rucks auf Ihrer Estancia leben.
Es waren zunächst so viele Eindrücke, welche auf einen einwirkten. Oliver filmte schon fleißig zum „Gol“ heraus, während Carmen von Land & Leuten erzählte. Ich verstand auf der hinteren Sitzbank allerdings kaum ein Wort, spürte nur bei jedem Schlagloch, bzw. bei jeder Bodenwelle, von denen es wie sich später herausstellte nicht wenige gab, wie mein Kopf gegen den Himmel donnerte 😉
Meine ersten Eindrucke von Luque und der kurzen Fahrt zur Unterkunft, sind nicht sehr positiv zu beschreiben, die Luft war stickig blau, durch die Abgase der zahlreichen PKW´s und vielen Busse., ( bei diesen tropischen Temperaturen und der fehlenden Klimaanlage, kann man sich das sicher sehr gut vorstellen…) die Straßen wie schon erwähnt waren zum Schreien, die Straßenränder waren schmutzig und irgendwo alles sehr chaotisch…
Ganz anders hingegen das Grundstück der Rucks, es ist auf den ersten und auch auf den zweiten Blick, ein Traum!!

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Überwältigt von der Vegetation und dem gesamten Anwesen legt sich bei mir der Schock über die 6 Hunde welche zur Familien gehören, relativ schnell wieder. ( Bis zu diesem Tage hatte ich schon seit frühester Kindheit, große Angst vor den Vierbeinern, doch das sollte sich von nun an ändern…)

Nach dem Auspacken, Duschen und Umziehen lehnten wir die Einladung der Hausherrin auf eine kühle Erfrischung im Garten, nicht ab.

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 Carmen gab uns unendlich viele Tips und gute Ratschläge, sie beschloss mit uns gegen Abend zum Supermarkt in die Stadt zu fahren, so das wir noch nötigen Kleinkram für uns einkaufen konnten.
Dort angekommen, liefen wir ein wenig durch die für den relativ kleinen Ort, zahlreichen Verkaufsstraßen, wo es von Lebensmitteln, Klamotten bis hin zu Elektronikartikel, und vieles mehr zu kaufen gab. Das Leben hier spielte sich unverkennbar, beinahe nur auf den Straßen und Gehwegen ab, die Läden waren meist ausgestorben.
Die Menschen schienen mir vom ersten Moment an hier sehr freundlich und hilfsbereit zu sein.
Auffallend für mich waren die Blicke der Einheimischen auf uns, man konnte sie überall und immer sehen und spüren, es kam mir sehr seltsam vor, wobei auch wir sicher nicht anders schauten…
Der Supermarkt lässt sich soweit mit dem Aldi in Deutschland vergleichen, es gibt beinahe alles zu kaufen, ist etwas primitiver, allerdings der Obst/ Gemüsestand erinnert mich stark an die vergangenen DDR Zeiten. Braunbefleckte Bananen, matschige Tomaten u.ä., alles Angebotene sehr stark verschmutzt und großteils überreif.
An der Kasse angekommen, staune ich nicht zu unrecht. 2 Kids füllen unsere Einkaufstüten und tragen sie ins nahe gelegene Parkhaus, bekommen dafür 1000 Guarani umgerechnet also wenige Cents) und sind so“ Happy“ darüber!! Ich habe das noch nirgendwo erlebt, Oliver kannte erzählte mir aber das es in südeuropäischen Ländern wohl ähnlich sei.
Der erste Tag geht mit einem leckeren Abendessen und einem Anruf in der Heimat zu Ende. Und wir sind gespannt was uns die kommenden Tage alles erwarten wird.

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Freitag, 18.03.2005

Nach wochenlangem Warten ist es heute endlich soweit. Oliver und ich fliegen zum ersten Male nach PY. Gegen 14.00Uhr starten wir von München aus in Richtung Frankfurt. Leider haben wir dort einen Aufenthalt von knapp 7h ehe es weiter über Sao Paulo nach Asuncion geht.
Es wird kein ganz normaler typischer Urlaub werden, das ist uns bewusst, denn wir haben das Ziel aus Deutschland auszuwandern.
PY ist eines der wenigen Länder, welches für uns zur engeren Auswahl steht.
So haben wir uns ca. 1Jahr lang intensiv per Internet, bzw. über verschiedene Lektüren informiert, haben über einige diversen Foren Kontakte zu Deutschen Auswanderern aufnehmen können, welche sehr hilfreich waren bzw. auch noch sind.
Wir sind Beide schon so arg gespannt darauf, was uns in diesem
Fernen Lande alles erwarten wird…
Nach 21.00Uhr sitzen wir dann „endlich„ in unserem Flieger welcher uns über den Atlantic nach Südamerika bringen wird. Nach knapp 13 (für mich beinahe schlaflosen) Stunden landen wir dann bei Morgendämmerung in Sáo Paulo.

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Willkommen bei Paraguay24.de

Hola,
das ist die private Info- Seite von Manuela & Oliver.
Im Frühjahr 2004 haben wir gemeinsam den Entschluss gefasst Deutschland den Rücken zu kehren und auszuwandern.

Nach diversen Streifzügen im Internet dieses Thema betreffend, sind wir über Paraguay gestolpert und begannen somit im Juli 2004 mit ersten gezielten Vorbereitungen für diesen Schritt.

Da uns bisher nur die geographische Lage des Landes bekannt war, sammelten wir anhand von Büchern und DVD´s über PY, größtenteils jedoch über das Internet zahlreiche Informationen.

Bald schon stand für uns fest, das Land müssen wir kennenlernen. So buchten wir im Herbst 2004 unseren 1.Flug für das Frühjahr 2005 nach Paraguay.Auf dieser Seite findet Ihr einen ausführlichen Reisebericht und Bilder des Erlebten.

Nach dem 14-tägigem „Schnupper“-Urlaub waren wir darin bestätigt und setzten uns das Ziel Ende 2007 Deutschland zu verlassen, um uns in Paraguay ein „neues Leben“ aufzubauen.

Es ging nun weiter mit detailierter Informationsbeschaffung.

Um die vielen Monate des Wartens zu überbrücken (welche uns endlos vorkamen), beschlossen wir im Herbst 2006 nochmals nach Paraguay zu fliegen,
um in diesem Zuge schon ein paar für uns wichtige Details abzuklären. Außerdem waren wir der Meinung die Daueraufenthaltsgenehmigung wärend dieser Tage zu beantragen.

Auch unseren 2.Reisebericht, incl. der zahlreichen Fotos könnt Ihr hier finden.
Wir hoffen das „Gleichgesinnten“ oder einfach Paraguay Interessierten diese Seite ein wenig Spass macht und die eine oder andere nützliche Information bietet.Ela & Oliver

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